so sorgfältig ausgenommen, daß ein vorsichtiger Seefahrer seinenWeg gegen die Küste stets fühlen kann, und sein Schiff nie aufden Strand anlaufen zu lassen braucht, wenn er etwas dieser Artnicht vielleicht absichtlich thun will. Wiederholte Erfolge steigerndes Menschen Kühnheit, und die eifersüchtigen Kämpfe, das Nach-vornendrängen unseres Nationalcharakters, und der Aufenthalt,welcher durch das Sondircn in tiefem Wasser verursacht wird, allesDieß trägt dazu bei, daß sorglose, tollkühne Seefahrer an dieserwie an anderen Küsten öfter stranden, und zwar zu ihrem eigenengroßen Erstaunen; so oft sich aber ein solcher Fall ereignet, kannder Leser versichert sein, daß die, welche für die Sicherheit desSchiffes zu sorgen hatten, leichtfertig genug waren, das Sondircnzu unterlassen, — Schiffbrüche in Folge schwerer Stürme natür-lich stets ausgenommen. Die Stunden- oder Meilenzciger einerHeerstraße können die Entfernungen nicht genauer bezeichnen, alsdas Senkblei fast an der ganzen amerikanischen Küste hinab.
So war Roswcll Gardiner im Stande, an dem Abend des drit-ten Tages nach dem Ausbruche jenes Sturmes seine Entfernungvon dem Lande auf etwa zwei- bis dreiunddrcißig Seestundcn an-zuschlagen. Indem er seinen Schooner i» der Breite von Cap Henrystehend annahm, war er seiner Sache weniger gewiß, indessen warer wirklich in der Breite, in welcher er in Folge ungefährer Berech-nung zu seiu glaubte.
„Ich wollte, ich wüßte, wohin Daggett gelaufen ist," sagteder junge Kapitän, als der Tag sich eben einer sehr stürmischen,schlimm aussehenden Nacht zuneigte. „Das Ansehen des Wettersgefällt mir gar nicht, ich halte aber nicht gern vom Lande ab,während dieser Bursche nach vornen, und der Gefahr, wenn einesolche da ist, näher steht, als wir selbst."
Roswell Gardiner ließ hier eine Schwäche gewahren, welchefast allen unseren Mißgriffen zu Grunde liegt. Er wollte sich voneinem Nebenbuhler selbst da, wo er irrte, nicht übertroffcn wissen.