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„Auch hierin irrt Ihr, Roswell. Haltet mich für beschränkt —ich werde über die Richtigkeit vieldeutiger Worte nicht streiten.Ich glaube an den Erlöser als den Sohn Gottes — als eine Per-son des dreicinigen Gottes, — während Ihr in ihm nur einenMenschen seht, — einen edlen, gerechten, sündenlosen Menschen,wenn Ihr wollt, aber stets nur einen Menschen. Weichen aber diesezwei Glaubensansichtcn nicht unendlich ab? Handelt es sich hiernicht gerade um die Verschiedenheit zwischen Gott und Menschen?Ich bete meinen Heiland an, betrachte ihn als dem Vater gleich— als einen Theil des göttlichen Wesens, Euch aber ist er nur einsündenloser Mensch — ein Mensch, wie Adam es wahrscheinlich vordem Falle war."
„Sind wir mit diesen Dingen bekannt genug, Mary, um siezwischen uns und unser Glück treten zu lassen?"
„Man lehrt uns, sie seien höchst wesentlich für unser Glück,nicht in dem Sinn, welcher Euch vielleicht vorschwebt, Roswcll,sondern in einem von weit höherer Bedeutung, und wir dürfen sienicht vernachlässigen, ohne dafür zu büßen."
„Ich glaube, Ihr geht in diesen Ansichten zu weit, Mary;Mann und Weib können sich gewiß herzlich lieben und einanderbeglücken, ohne daß sie in religiösen Gegenständen gleich denken.Wie viele gute, fromme Frauen kennt Ihr, welche als Gat-tinnen und Mütter zufrieden und glücklich sind, und die dasBethaus besuchen, während ihre Männer keinerlei Sekten ange-hören?"
„Wir wollen nicht untersuchen, ob dicß ganz wahr ist. Ichhabe kein Recht, über die Pflichten Anderer zu urthcilcn. Tausendevon Mädchen heirathen ohne eine Ahnung von den Verpflichtungenzu haben, welche sie zu achten versprechen; und wenn dann im spä-teren Leben tiefere Ueberzeugungen kommen, können sie die Verbin-dungen, welche sie früher eingingcn, nicht lösen, wenn sie wollten,und wollen wahrscheinlich nicht, wenn sie auch könnten. Ganz