Goldliebe am längstcn, und begleitet uns oft, im strengsten Sinnedes Wortes, bis an den Rand des Grabes. In der That scheintdie Leidenschaft bei Menschen, welche sich einer ungebührlichenGeldlicbe ergeben haben, zu wachsen, wie andere, die mehr vonJugend, Kraft, Unternehmungsgeist und Ehrgeiz abhängen, all-mählig schwächer werden; sic dehnt ihre Gewalt langsam aber sicherüber das Wesen aus, welches sonst mehrere Herren anerkannte.So war es auch mit dem Dccan. Fast alle seine Leidenschaften lie-fen jetzt in einen Punktzusammen. Er sehnte sich jetzt nicht mehr nachpolitischer Bedeutung, obgleich er früher mächtig darnach gestrebthatte, Suffolk zu Albany zu vertreten; selbst das Bcthans undseine Würden und Ehren lagen ihm nicht mehr so sehr am Herzen,während seine Mitmenschen, seine Verwandten nicht ausgeschlossen,ihm kaum mehr galten als eben so viele Nebenbuhler oderWerkzeuge.
„Lügen lassen sich in eine sehr natürliche Form kleiden," ver-setzte Noswell Gardiner, „wenn der Erfinder die Kunst versteht,sie gehörig zusammen zu spleißen und zu verknüpfen. Hat dieserDaggett Euch die Summe genannt, welche der Seeräuber aus jenerInsel gelassen haben will?"
„Allerdings," antwortete der Dcean, und seine ganz rege,goldlüsterne Seele schien in seinen zwei tief eingesunkenen Augenzu glühen, als er redete. „Nach dem Berichte des Seeräuberskönnen dort nicht weniger als dreißigtausend Dollars verborgensein, und säst die ganze Summe in guten Dublonen ans der Münzeder Könige, — Dublonen, die ihr volles Gewicht haben unddrüber."
„Die Ladung des Seclöwen würde, wenn man eine gute Aus-wahl trifft und sie gehörig beiftaut, Liese Summe verdoppeln, so-fern die rechten Thiere nur zu finden sind, Decan."
„Kann sein, aber bedenkt, Garnier, hier handelt es sich vongutem, blankem, geprägtem Golde!"