Druckschrift 
29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

105

gern Ohre, dann mit Theilnahme, und zuletzt mit einem Gefühlan, welches ihn zu dem Glauben verleitete, es möchte dochmehr Wahrheit darin sein, als er ursprünglich für möglich gehal-ten hatte.

Diesen Wechsel brachte sowohl das ernste Gehaben des De-cans, als die Erzählung selbst hervor, denn der Mann war inFolge der mächtigen Gefühle, unter deren Einfluß er stand, in sei-ner Schilderung sehr lebendig geworden. Der Eindruck, welchenDaggctts Bericht auf den Dccan gemacht hatte, war so tief, unddie dadurch geweckten Hoffnungen so mächtig geworden, daß ernichts überging, alle Einzelnheiten mit der größten Genauigkeitdarlegte, und ans seinen Zuhörer ganz denselben Eindruck machte,welchen er selbst gefühlt hatte, als man ihm die Geschichte er-zählte.

Dieß ist ein ganz außerordentlicher Bericht, von welchem Bordman ihn auch betrachten mag," rief Roswell Gardiner, sobald derDccan seine Erzählung geschlossen hatte.Der außerordentlichsteBericht, den ich je gekört habe! Wie kam es, daß so viel Gold undSilber so lange herrenlos blieb?"

Drei Schiffs-Offiziere verbargen ihn dort, da sie fürchteten,ihn ihrer Mannschaft in dem Schiffe anzuvcrtraucn. Sie gabenvor, sie wollten Schildkröten fangen und legten zu diesem Zweckean, und so müßt auch Ihr verfahren. Während nun die Mann-schaft nach Schildkröten suchte, gingen der Kapitän und seine zweiMaate auf der Insel umher, und nahmen die Gelegenheit wahr,ihren Schatz in jener Höhlung in dem Korallenfels zu verstecken,wie ich Euch gesagt habe. O, dieß Alles ist zu natürlich, um nichtwahr zu sein."

Noswell Gardiner bemerkte, daß des alten Mannes Hoffnun-gen zu lebhaft rege waren, als daß man sie leicht abgekühlt hätte,und daß die Habsucht in seinem Innernkochte und schäumte".Unter allen Leidenschaften, deren Sklave der Mensch ist, währt die