81
verstehe», er habe von dem Patron der Brigg gehört, aufdenKar-ten des alten Mannes fänden sich sehr wcrthvolle Notizen."
Der Decan bebte, denn dieß war ein Wink, daß der Verstor-bene von seinem Wissen mit Anderen ebenso gut wie mit ihm ge-sprochen hatte. Es war ganz natürlich, daß ei» Mann wie Daggettsich dessen rühmte, was seine Karten werth waren, und so konntenvon dieser Seite her sich wohl Schwierigkeiten erheben. Er hieltes jedoch für das Geeignetste, still zu schweigen und abznwarten, inwelcher Art sich die Wahrheit Bahn brechen würde. Seine Auf-merksamkeit war nicht leicht durch Hemden und alte Kleider abzu-lenken, denn der Fremde begann, die Karten zum zweiten Male zuuntersuchen, und, was mehr war, seine Blicke vorzugsweise auf diehohen Breiten, nicht fern von derselben Stelle, wo die Robbeninselnangedcntet gewesen, und wo sic so sorgsam vertilgt worden waren,zu richten.
„Es ist unbegreiflich, daß man eine Karte, wie diese, so viel-fach brauchen kan», ohne irgend eine Notiz beizuschreiben," sagteder Vineyarder in vorwurfsvollem Tone. „Hier sind Brandun-gen inmitten des Oceans angedeutet, wo gewiß nie andere Bran-dungen zu sehen waren, als die, welche ein Wallfisch aufwühlte,während sich von keiner Insel eine Andeutung findet. Was hal-tet Ihr von der Sache, Kapitän Garnier? Diese Stelle hierscheint mir oft mit dem Finger berührt zu sein, wenn nichts An-deres, he?"
Bei diesen Worten deutete er gerade ans die Stelle, von wel-cher der Decan an demselben Morgen die Inseln so mühsam ver-wischt hatte.
„Es ist eine Sandbank, welche durch Schmutz angedeutet ist,"antwortete Roswell Gardiner lachend. „Laßt sehen! — In dieserLänge und Breite kann kein bekanntes Land liegen, denn selbst Ka-pitän Cook gelang es nicht, so weit nach Süden vorzudringen. DerSeemann scheint mit Vorliebe seinen Finger auf diese Stelle ge-