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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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schlagen können, welche der plötzliche Tod des armen Fremden inihr geweckt hatten, und dann kehrten sich ihre Gedanken fast ohneUnterlaß der langen Reise Roswell's, besonders aber dem unglück-lichen Zustande seines religiösen Glaubens zu, in welchem er sicheinem so gewagten Unternehmen hiugeben wollte.

Oft hatte sie dem Geistlichen Winke gegeben, er möge doch mitRoswcll sprechen, wenn der gute Herr aber auch den besten Willenhatte, ihren Wünschen zuvorzukommen, so hatte er doch so viel mitseinem weltlichen Fortkommen zu thun, daß es ihm schwer ward,aus seinem gewohnten Gleise zu schreiten, um Einzelnen das Ge-wissen zu schärfen. Er versprach, aber er vergaß zu halten,und darin folgte er genau dem Beispiele seiner Eingepfarrten inBezug auf seinen Gehalt.

Roswcll Gardincr verblieb daher in seinem Unglauben, oderwas ziemlich dasselbe war, unter dem Einfluß einer Reihe von An-sichten, welche Allem widerstritten, was die Kirche seit den Zeitender Apostel gelehrt hat, wenigstens dachte Mary so, und wir theileuihre Ansicht vollkommen.

Dagegen waren der Pastor und der Decan, für Leute ihrerherkömmlichen Nüchternheit, ungemein heiter. Obgleich man da-mals noch nichts von der Mäßigkeit unserer Tage wußte, war dochkeiner der Gäste auch nur ein mittelmäßiger Trinker. RoswellGardincr brachte gewiß eine Seltenheit bei einem Secmanne selten etwas Anderes als Wasser an seine Lippen, während diebeiden Andern Rum und Wasser, aber mäßig, tranken, wie manalle Gaben Gottes genießen sollte. Das unmäßige Geschrei, wel-ches jeden, wenn noch so mäßigen Genuß geistiger Getränke als eineSünde hinstellt, ließ sich damals in dem Lande noch nicht lautwerden. Im Ganzen konnte man die Geistlichkeit aller Glaubens-sormcn als Rum- und Wasser-Männer bezeichnen, wenn auch Ein-zelne eine Ausnahme von dieser Regel machten. Der wohiehrwürdigeHerr Whittle war jedoch ein nüchterner Mann, und wenn er auch

Die Seelöwen. ä