ungerecht gewesen; ihn aber als Gatten anzunehmen, währendihm der Erlöser nur ein, wenn auch reiner, begeisterter Menschwar, würde nach ihrem Gefühle eben so viel gewesen sein, als sichmit Wissen und Willen in die Hände des großen Feindes des Heilszu begeben. Wie oft hatte sie, selbst inbrünstiger und mit heißerenThränen, als sic für sich betete, für den Geliebten gebetet, alleinstets, so weit sie sehen konnte, ohne sichtlichen Erfolg. Seine An-sichten blieben stets dieselben, und sein offenes Wesen hielt ihn ab,den Zustand seines Innern vor Mary geheim zu halten.
Ans diese Weise übcrschlich der Gram die frühen, unschuldigenStunden eines Wesens, welches sonst so zufrieden und glücklich ge-wesen wäre. Das Eigenthümliche ihrer Lage wurde dadurch gestei-gert, daß ihr Oheim die Wünsche ihres Bewerbers begünstigte.Dieß machte den Kummer der Nichte nur um so herber, da sie sichgänzlich auf ihr eigenes Unheil stützen mußte, so sehr dieses auchdurch das Bewußtsein des Rechtes und den Halt jener großen Macht,welche den Gläubigen nie verläßt, gekräftigt war.
Der Art war der Zustand der Gefühle einiger der Hauptper-sonen unserer Erzählung, als der plötzliche Tod Daggctt's erfolgte.Die Leicbc war nicht aus der Hütte der Wittwe White wcggebrachtworden, am nächsten Morgen wurde sie aber ans den „Grabhof"— Kirchhof würde zu episcopalisch gelautet haben — getragenund in einer Ecke bcigesetzt, welche für die Armen und Unbekanntenbestimmt war.
Erst jetzt glaubte der Dccan sich in dem alleinigen Besitze deswichtigen Geheimnisses. Cr hatte die Karte in seiner Behausung,und über Daggctt's Lippen kamen jetzt keine Enthüllungen mehr.Wenn die Verwandten des verschiedenen Matrosen von seinem Hin-tritte hörten und anher kamen, um nach seiner Habe zu sehen, wares kaum wahrscheinlich, daß sie darunter irgend etwas fanden, dasihnen irgend einen Aufschluß über das neue Robben-Reich oderüber den vergrabenen Schatz des Seeräubers geben konnte.