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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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schildert:Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist meinGewinn," so weit entfernt, als war' er ei» Heide gewesen. Nichtdie Liebe Gottes war in seinem Herzen thätig, sondern die Selbst-liebe, und er zwängte seine Leidenschaft in jene strengen, tän-schcndcn Formen, weil er in einem Gesellschaftsznstande geborenund erzogen war, wo sic einen wesentlichen Theil des Daseins auS-machten.

Habgier war des Dccans eingefleischte Sünde, und da diesesLaster sich bei einiger Beachtung deö Scheins ziemlich leicht be-mänteln läßt, stellte es ihn weniger als jede andere Sünde demöffentlichen Urtheile bloß. Die Nachbarn hielten ihn allerdings zu-weilen fürunzugänglich", und man wollte behaupten, Jeder, dermit ihm zu thnn habe, müsse seine Interessen scharf im Auge be-halten; im Ganze» aber war vielleicht eher Grund zur Bcsorgnißvorhanden, daß man das Beispiel eines so guten Mannes in einersolchen Gemeinde sich zum Vorbild nehmen möchte, als daß seineHandlungen seinen Charakter in ein schiefes Licht gestellt oder seinAnsehen gefährdet hätten.

Ganz anders waren Lage, Gefühle und Beweggründe derNichte. Six liebte Gott innig, und demzufolge alle die, welche ergeschaffen und mit denen er sie umgeben hatte. Ihr sanfter, edlerGei>t leitete sic zu wahrer, achter Gottvcrehrnng, und all' ihrDenken, Sprechen und Thnn zeugte von dem Einflüsse solcherGrundsätze, wie sie nur aus diesen Beweggründen hervorgehcnkonnten.

Nur ihre wahrhaft weibliche Liebe zu NoSwell Gardincr trübteihr sonst so ruhiges, glückliches Dasein. Diese allein hatte sie mehrals einmal auf ihrem Pfade unsicher gemacht, sie kämpfte aber mitder Schwäche und gab sich der Hoffnung hin, diese noch besiegenzu können. In ihren Augen war es unmöglich, die Hand einesandern Mannes anznnehmen, bei den Gefühlen, welche sic, wie siesich wohl bewußt war, ihm weihte, wäre Ließ unzart und zumal