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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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haben, um der Schmach einer so heuchlerische» Verdrehung derwahren Gottcslchre zu entgehen. Bei den Letzteren beschäftigte derSchein die Seele mehr als die Liebe Gottes, durch welche sich vor-zugsweise der Fortschritt des Menschen zu jenem Zustande der Rein-heit und Heiligkeit bewährt, ohne welchen, der Schrift zufolge,Niemand seinen Schöpfer schaut, ja, ohne welchen Niemanddieses erhabene Wesen von Angesicht zu Angesicht zu schauenwagen darf.

Der Dccan hatte alle Äußerlichkeiten der Frömmigkeit inpuritanischer Vollendung. Während seines langen Lebens hatte erden Namen seines Gottes nie vergeblich genannt", er hatte sichaber dieser häßlichen, unverdienstlichen Sünde eher enthalten, weildieß einen Theil seines Jngcndnuterrichtes ausgemacht, und weil erseinen Nachbarn durch eine solche Uebertretnng des Gebotes Acrger-niß gegeben hätte, als weil er die tiefe Ehrfurcht vor seinemSchöpfer suhlte, welche das unbedeutende Wesen das Geschöpfseiner Hand fühlen mußte, und die an sich selbst schon jedeunnütze Nennung seines Namens verhinderte, wie auch die Nach-barn über diese Sache fühlen und denken mochten.

Man konnte von dem Decan Pratt sagen, daß er in gleicherWeise die meisten Gebote des Herrn achtete, nicht aber, weil derGeist Gottes ihn durch Liebe zu Ehrfurcht und Gehorsam spornte,sondern weil er in einem Thcile des Landes erzogen worden, wo esals zierlich und recht galt, vor den Menschen wenigstens, wennnicht vor dem allsehcnden Auge Gottes sittlich zu erscheinen.

Auf diese Weise halte der Decan seine Stellung in der kirch-lichen Gemeinde erreicht. Er hatte alle die herkömmlichen Sekten-phrasen stets in Bereitschaft, war sehr vorsichtig in seinen Äuße-rungen, besuchte das Bethaus regelmäßig, entsprach dem Scheinenach allen Pflichten, welche seine Kirche in Bezug auf die bloßenreligiösen Gebräuche vorschrieb, war aber doch weit von jenemZustande, welchen der Apostel Paulus trefflich mit den Worten