zubereiten, mit dem Bestreben vergeudete, ein Vermögen zu steigern,welches für seine Bedürfnisse mehr als ausreichend war.
Dieser Gedanke schmerzte sie vor Allem tief, denn Mary wardie Frömmigkeit selbst, und ihr Gewissen so zart und empfindlich,daß ihr Lebensglück, wie wir bald sehen werden, wesentlich dadurchbeeinträchtigt wurde, während ihr Oheim nur ein — Decan war.Ein Decan sein, und der Liebe Gottes und der Liebe unseres Näch-sten, welche, wie man sagt, ein Ausfluß der Liebe Gottes ist, zuge-than sein, sind zwei ganz verschiedene Dinge, sie vertragen sichwohl mit einander, aber sie sind nicht eins und dasselbe.
Mary hatte dieß sehen müssen, obgleich sie sich alle möglicheMühe gab, dem Manne gegenüber, welcher ihr diese unerfreulicheLehre anfnöthigte, blind zu sein.
Die Freude unserer Heldin — denn als solche kündigen wirMary Pratt hiermit an — hatte ihren Grund in der Beförderung,welche Roswell Gardincr zu Theil ward. Ihr Herz klopfte oft hoch,wenn sie von seinem guten Verhalten als Seemann hörte, wie mansich denn stets nur lobend äußerte, wenn man seiner Berufslauf-bahn überhaupt gedachte. In dieser Beziehung war er fleckenlos,wie ganz Suffolk wußte und zugestand. Auf Oyster-Pond galt erselbst für eine Art Scelöwen, so zahlreich und erregend waren dieBeispiele, welche man sich von seiner Kühnheit als Wallfischjägererzählte.
Allein all' diesen Ruhmesglanz verdüsterte in den Augen desjungen Mädchens eine Wolke, welche sie seit zwei Jahren abgehal-tcn hatte, den Liebeserklärungen Roswell's Gehör zu geben, welchesie veranlaßt hatte, eine Hand von sich zu weisen, die.ihr wenig-stens zwanzig Mal mit eines Seemannes Feuer, mit eines See-mannes Offenheit und mit eines Seemannes Biederkeit angetragenworden, und welche sie genüthigt hatte, einen schweren Kamps mitihrem Herzen einzugehen, das längst ein mächtiger Bundesgenosseihres Anbeters war.