48 Verdienstlichkeit des Würgens der Saracenen.
IX.
(Zu S. 573 . Anm. 3.)
Verdienstlichkeit des WürgenS der Saracenen.
Da die Absicht der Wallbrüder nicht bloß auf die Be-zwingung sondern auch auf die Ausrottung des Islam ge-richtet war, so konnte denen, welche mit ganzem HerzenStreiter Christi waren, nichts ärgerlicher seyn, als daß diePilgerfürsten so oft auch dann die Saracenen um Geld schätz-ten und für Geld ihnen das Leben schenkten, wenn zu hoffenwar, daß ein etwas längerer Kampf die Ungläubigen in dieWillkühr der Christen bringen würde, so daß sie zur Annahmedes Christlichen Glaubens gezwungen oder für ihre Halsstar-rigkeit mit dem Tode gestraft werden konnten. (Vgl. Th. I.S. 170. wo im Geiste dieser Zeit die Erwürgung der Türkenzu Klein Alexandrien als die Strafe für ihre Halsstarrigkeithätte dargestellt werden sollen. Ebendas. S. 294 flgd.)
Auch die Dichter dieser Zeiten versäumten nicht, wennsie Carl den Großen überhaupt als den ersten und größtenFrohnkämpcn darstclltcn, sein Muster auch in dem uneigen-nützigen Bekämpfen der Saracenen und dem Erwürgen derHalsstarrigen Heiden den Kreuzrittern zur Nachahmung zuempfehlen.
So wird in dem Leben Carls des Großen, welches denNamen des Erzbischoffs Turpin, als angeblichen Verfasserstragt, mit Lobe erzählt, daß der Kaiser nach der Eroberungvon Pampelona nur denjenigen Saracenen, welche sich tau-fen ließen, das Leben geschenkt, die Halsstarrigen aber er-würgt habe
1 ) Qaxr. z. ,,8aracenos, cjfiii daxti- vavlt; el: hui. reiniernut, ßladioLarl voluerinit, ad viram resor- rmeiäavlr."