Kaiser Coufranrin im König Nather.
z» Constantinopel, wo Constantin seine Ritterspiele hielt, indiesem Gedichte, so wie die gelegentliche Anführung, daßder König Umelot (V. 2573.) zu Jerusalem seinen Leib ver-lor, mögen noch unsre Meinung unterstützen in Verbin-dung mit den andern angeführten Umstanden, obgleich siefür sich weniger beweisen würden.
Betrachtet man nun aber den Charakter des KaisersConstantin und was an seinem Hofe geschieht, als Rvtherankömmt, so kann man kaum zweifeln, daß der Dichter das,was er entweder selbst am Hofe des Kaisers Alexius gesehn,als er mit den übrigen Kreuzbrüdcrn zu Constantinopel demKaiser und den übrigen Griechen Schrecken und Angst ein-jagte, oder von andern Krcuzbrüdern gehört, fantastisch aus-gebildet, zur Belustigung seiner Leser und Hörer benutzte.Wie mancher muthwillige Pilger mochte sich an der Angst derGriechen ergötzen, und wie lustig und lächerlich mußte ihnendie Besorglichkcit des Kaisers erscheinen, welche auch in derSchilderung der Anna Comncna kaum mitleidsvolle Teil-nahme erregen kann. Der Constantinus im König Rocherist so übcrmüthig und ruhmredig, wenn die Gefahr noch fernist, als der Kaiser Alexius I. von seiner eignen Tochter oftgeschildert wird, und so kleinmüthig und furchtsam, wenndie Gefahr erschienen ist, als die Kreuzfahrer den Kaiser derGriechen fanden. Als der König Rvther unter dem ange-nommenen Namen Dieterich vor dem Kaiser Constantin mitzwölf Herzogen erscheint, und unter ihnen
Asprian der Niese trat
I» die Erden bis an das Bein,
zum Schrecken aller Griechen, und der Kaiser angstvoll seineHerren um Rath fragt, ob er eine solche furchtbare Hclden-schar in seinen Dienst nehmen soll, da sucht er gleichwohl
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