Verlust von Edessa. 7:7
den griechischen Bischof von Edessa Basilius den Mißhand-lungen einiger Türken, welche den frommen Mann nackendund entschuhct mit einem Stricke geißelten, schenkte ihm,als er hörte, daß er Bischof sey, anständige Kleidung,und führte ihn mit sich in sein Zelt. Dort machte er ihmVorwürfe, daß er nicht die Stadt übergeben und des Lebensso vieler Menschen geschont habe. Der Bischof antwortetewürdig: „Dir hat Gott den Sieg verliehen, um dich zueinem mächtigen König zu machen; und wir können jetztfrey und offen unserm Herrn ins Gesicht sehen, weil wirunsere Pflicht erfüllt und unfern Eid nicht gebrochen habend„Wohl, sprach der Emir, diejenigen, welche ihre Treue biszum Tode bewahren, finden Lob und Ehre bey Gott undMenschen ")."
Nach zwey Tagen wurde auch die Burg dem Athabekenübergeben, nachdem in einem Vertrage den dahin geflohenenSicherheit des Lebens verheißen worden. Dann stellte Zcnkidie Ordnung in Edessa wieder her, gab den gefangenenChristen ihre Freyheit und Güter wieder und gebot demStatthalter, welchen er über Edessa setzte, nur billige unddem Vermögen der Bürger angemessene Taxen zu fordern.Die Kreuze wurden aber überall niedergeworfen und diechristlichen Kirchen in Moscheen verwandelt.
Also war eine der heiligsten Städte der Christenheitverloren, die Stadt des heiligen und frommen KönigsAbgar, wo die Gebeine des Apostels Thomas ruhten und
I. Tl,r.H44.
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