7:6 Geschichte der Krcuzzüge. Buch II. Kap. XXXV.
2-^br. unermeßlich. Schrecklich war die Angst und Noch der Chri-sten in Edessa nach Ueberwaltigung der Stadt/ alle flohenangstvoll zu der Burg auf der mittäglichen Felsenspitze;aber die lateinische Besatzung wollte/ ungeachtet ihres Jam-merns und Flehens/ ihnen die Thore nicht öffnen/ bis derErzbischof Hugo es gebiete/ welcher zum Unglück nicht un-ter den ersten Flüchtlingen war. Als er endlich erschien undauf sein Geheiß die Pforten der Burg geöffnet wurden/ soentstand ein solches Gedränge/ daß mehr als tausend Men-schen jämmerlich erdrückt wurden. Der Erzbischof selbstrettete sich nicht; che er über die Leichname der vielen aufkleinem Raum erdrückten Menschen hinweg kommen konnte/ereilten ihn die Türken und er fiel mit mehrern seiner Geist-lichen durch ihre Pfeile. Die Christen betrachteten diesenjämmerlichen Tod des Erzbischofs als eine gerechte Strafeseines Geizes/ da er das viele Geld/ welches er gesammelt/in solcher gemeinsamen Noch nicht anwcnden wollte/ umdie mit Ungestüm ihren Sold fordernden Streiter zu befrie-digen
Bald wehrte Zenki dem Gemetzel '*). Er selbst entriß
10) IV i Ist. XVI. s., wo
bloß iin Allgemeinen erzählt wird,der Erzbischof sey im Eingang derBurg im Gedränge nmgekommen;die nähern Umstände sind ans Ab ul-faradsch ssyr. Chrvn. S. 827.
11) Kemalcddin. Also Ab»
S ch amah : „ Zenki betrieb die
Belagerung von Edessa mit großemEifer und bemächtigte sich der Stadtendlich im Stnrm. Er weihte sieZinn Verderben, stürzte die Krcnzenieder, erschlug die christlichen Prie-ster und Mönche, tödlcle die Tapfer»
und die Ritter der Stadt, und alleMuselmänner füllten ihre Hände mitRaub und Beute. Als er aber selbstalleiti in die Stadt kam, erbarmteihn solcher Verwüstung, er gebotwiederzugeben, wem etwas genom-men worden an Eeräthe oder Geldoder Gefangenen, Knechten, Mäg-den und Kinder» u. s. w." DieseErzählung von der MenschlichkeitZenki's wird auch durch Abnl-saradsch bestätigt s Llirou. Sxr.S. z- 8 .)