Druckschrift 
2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
Entstehung
Seite
714
Einzelbild herunterladen
 

7 r 4 Geschichte der Kreuzzüge. B II ch Ik. K a p. XXXIV.

I. Ckr. solche Veräußerung wider den Willen der Barone gültig

H42. e

werden, und die Barone wurden lieber den Fürsten undseine Gemahlin von Land und Leuten verjagen, als die Ent-frcmdung der Stadt Antiochien gut heißen. Diese Auskunfthatten nach langer Berathung die Barone gewählt, umohne Nachthcil der Ehre des Fürsten dih Erfüllung dessen,was er vor vier Jahren dem Kaiser Johannes zugesagt, zuverweigern. Der Kaiser, erbittert über solche Wortbrüchig-keit, lagerte sich vor Antiochien und ließ die Gärten und dasumliegende Land verwüsten und die Einsiedler, deren vieledort in der Einsamkeit Gott dienten, aus ihren Hütten ver-treiben. Weil aber der Winter sich näherte, so verschob erdie Ausübung seiner Rache an den wortbrüchigen Antiochiernauf den nächsten Frühling und führte sein Heer nach Cilicienin das Winterlager ^).

Von dort schreckte er den König Fulco zu Jerusalemnicht minder, als er bisher die katholischen Fürsten am Eu-phrat und Orontes geschreckt hatte. Es kamen einige vor-nehme griechische Herren als Gesandte des Kaisers nach Je-rusalem, suchten für den Kaiser um die Erlaubniß nach,das heilige Grab zu besuchen und boten seine Hülfe an wi-der die Feinde des Königreichs. Auch in Jerusalem wußteman bald eine ausweichende Antwort zu finden. Der BischofsAnselm von Bethlehem, der Abt Gaufricd vom Tempel desHerrn, welcher der griechischen Sprache kundig war, undRoard, Vurghauptmann von Jerusalem, begleiteten diegriechischen Herren auf ihrer Rückkehr nach Cilicien undbrachten dem Kaiser Johannes im Namen des Königs Fulco

8) w i I Ii. 2' ^ r. XV. Ig. :o. Oer von Freysingen (6kron. a. <1.Verheerung des Landes und der Gär- O.) und NicctaS a. a. O.ten um Antiochien gedenken Otto