7oz Geschichte der Kreuzzüge. Buch II. Kap.XXXIII.
. Ci,r. mahnt, noch in dieser Sitzung zu erscheinen und sich z» vcr-
»Ly.
antworten. Als er sich dessen weigerte, so wurde die Siz-zung nach einigen Reden, in welchen die Prälaten, nach demHerkommen, sich gegenseitig zu pricstcrlichcr Tugend undmuthigem Aueharrcn auf dem Wege der Gerechtigkeit er«mahnten, getrennt. In der zweyten Sitzung konnte gleich-falls nichts in der Hauptsache geschehen, weil Radulph auchDer zweyten Ladung widersprach. Aber ein bedeutsamerVorfall in dieser Sitzung zeigte allen klärlich die ungerechteGesinnung des Legaten. Dieser bemerkte, daß der BischofSerlo von Apamea unter den übrigen Bischöfen ohneprie-sterliche Kleidung saß, stellte ihn deßhalb zur Rede und ver-wies ihm seine sträfliche Unbeständigkeit, weil er nicht mehr,wie ehemals, den Anklagen wider Radulph beystimmc. DerBischof antwortete mit edler Kühnheit: „Was ich ehemalsgcthan, geschah aus Unverstand; durch blinde Leidenschaftverführt, deckte ich, gleichwie der verfluchte Ham, dieBlöße meines Vaters auf. Nunmehr, da ich durch GottesHülfe zur Erkenntniß meiner Sünde gekommen, will ich mei-nen ehrwürdigen Herrn Patriarchen weder anklagen nochüber ihn richten, sondern seine Unschuld bis zu meinem letz-ten Hauch verthcidigen." Ucbcr diese Worte ergrimmt,wies der Legat alsbald ohne Untersuchung mit harten Wor-ten und Schmähungen den Bischof aus der Versammlunghinweg und sprach über ihn den Bannfluch aus; keiner deranwesenden Prälaten wagte ans Furcht vor dem Fürstensolchem ungerechten Urtheil zu widersprechen. Der BischofSerlo verließ Antiochien und starb nach wenigen Tagen in derBurg Harem vor Kummer und Verdruß. ,
Der Patriarch Radulph, gewiß seiner Verdammungvon einer Synode, welche, unter dem Vorsitz eines wider