Druckschrift 
2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
Entstehung
Seite
602
Einzelbild herunterladen
 

I. Chr.

Uhr.

6o- Geschichte der Kreuzzüge. Duchll. Kap.XXVIII.

und der Schwester des armenischen Fürsten Leo. Der alteJoscelin hatte noch in den letzten Tagen seines Lebens denKummer/ z» sehen/ wie sehr unähnlich ihm sein Sohn war/welcher nach ihm die christliche Gränze gegen die Macht desSultans von Bagdad/ die Tapferkeit und Klugheit Zenkisund die immer sich erneuernden zahllosen Schwärme der Tür-ken und Turkomanen beschirmen sollte. Ein untergrabenerThurm eines belagerten Schlosses in der Gegend von Halebwar ans den alten Joscelin gefallen/ nur mit vieler Mühehatte man ihn hcrvorgegraben / und schwer verwundet er-wartete der bejahrte Kreüzheld seinen nahen Tod. Als er insolchem Zustande die Nachricht empfing/ der türkische Fürstvon Zconium belagere das Schloß CressuM/ so gebot er sei-nem Sohne/ mit den Edessenischen Truppen die Burg zubefreycn. Dieser aber weigerte sich/ mit so wenigen Strei-tern gegen das zahlreiche Heer der Ungläubigen auszuzichn.Da säumte der alte Joscelin nicht/ wiewohl krank undschwach/ selbst noch einmal seine Ritter zum Streite wider dieHeiden zu führen und ließ sich in einer Sänfte trage»/ um-geben von seiner Schar/ in welcher er so oft muthig undkühn sein Roß getummelt hatte. Noch war er nicht weitvorgerückt / als ihm Gottfried der Mönch , einer seiner Ba-rone/ meldete/ die Ungläubigen wären schon von Crcssmnabgezogen. Nun ließ Joscelin die Sänfte auf die Erdesetzen und dankte Gott mit erhobenen Händen/ weil ihm/ ob-wohl dem Tode nahe, es noch einmal gelungen, die Heiden

müthiglien unter den Franken undden Teufel unter ihnen. Eb n A l-Athir (S. SZ4. bcy de Guignes,wahrscheinlich mit denselben Wor-ten, wie bcy Abu Schamah): »N

ctoit Io plus bravo et Io plus eou-raxeux ilos lbrauos." Wahrschein-lich unterschieden Liese SchriftsieÜsrdis beyden Joöceline, Vater undSohn, nicht von einander.