' König Balduin II.
durch Carl den Großen gestiftete Büchersammlung. Vordemselben war ein sehr besuchter Marktplatz, an dessen Auf-seher jeder Handelsmann für den Platz , welchen er cinnahm,zwey Goldstücke bezahlte ^). Dieses Hospital war wahr-scheinlich dasselbe Gebäude, welches zur Zeit der Kreuzfahr-ten ein sehr angesehenes Mönchskloster war. Dagegen ent-stand im eilften Jahrhundert, zu der Zeit, da die abend-ländische Christenheit aufs Neue vom Eifer für die 'Pilger-fahrten an das Grab des Heilandes ergriffen wurde, in derStadt Jerusalem selbst ein Hospital für katholische Pilger,gegründet von Italienern, meistens aus der Stadt Amalfi,neben welchem, kaum einen Steinwurf von dem Münsterdes heiligen Grabes, nicht lange hernach mit Vergünstigungdes ägyptischen Chalifen, eine Kirche unter der Anrufungder heiligen Jungfrau, erbauet wurde, welche gewöhnlichSt. Marien de Latin« hieß. In diesem Hospital pflegtenein Abt und mehrere Mönche, welche nach lateinischer WeiseGott dienten und nach der Regel des heil. Benedict lebten,der ankommenden Pilger, und unterstützten die armen oderdurch Räuber ausgeplündertcn Waller selbst mit Almosen,damit sie den Zins, welchen die Ungläubigen für die Anbe-tung der heiligen Statten forderten, möchten bezahlen kön-nen. Weil es ihnen aber unziemlich schien, auch Pilgerinnenbey sich aufzunehmen, so gründeten sie außerhalb ihren Ring-mauern noch ein andres Kloster zu Ehren der heiligen Büße-rin Maria Magdalena, in welchem gottselige Schwestern derPilgerinnen warteten. Bald hernach, da diese Hospitäler nichtmehr zur Aufnahme der zahlreichen, besonders der vielen ar-men und kranken, Pilger hinreichten, so ließen der Abt unddie Mönche neben ihrer Kirche noch ein neues Hospitium mit
6) Magill on. ^ruiLl. Orä. Lerieä.