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2 (1843)
Entstehung
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316
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316 Siebenter Tag. Neunte Geschichte.

bei den Fesseln und schlug ihn gegen die Mauer, bis ertodt war.

Als Nikostratus ihr nun zurief:Wehe, Weib, washast Du gethan?" antwortete sie ihm nicht, sondern wandtesich zu den Edclleuten, die mit ihm gegessen hatten, undsprach:Ihr Herren, wie sollte ich mich wol an einemKönig rachen, der mir Schmach erwiese, wenn ich uichtden Muth hätte, meine Rache an einem Falken zu neh-men? Ihr müßt wissen, daß dieser Vogel mir schon langealle die Zeit geraubt hat, welche von den Männern demVergnügen ihrer Frauen gewidmet sein sollte; denn, sowie nur die Morgenröthe erscheint, steht Nikostratus aus,steigt zu Pferde und eilt mit seinem Falken auf der Handin die weiten Ebenen hinaus, um ihn fliegen zu sehen,und ich, wie Ihr mich hier sehet, werde einsam und trau-rig in meinem Bette zurückgelassen. Darum habe ichdenn auch schon öfter den Vorsatz gehabt, Das auszufüh-ren, was ich jetzt gethan habe, und nichts Anderes hatmich davon zurückgehalten, als der Wunsch, es in Gegen-wart von Männern zu thun, die gerechte Richter mei-ner Beschwerde sein könnten, wie ich glaube, daß Ihr essein werdet/'

Die Edelleutc, die dies hörten und die sich überzeugtstielten, daß ihre Liebe zu Nikostratus nicht anders beschaf-fen sei, als ihre Worte tönten, lachten Alle, und zu Ni-kostratus, der etwas verwirrt dastand, gewandt, begannensie:O wie recht hat die Dame gethan, ihre Kränkungmit dem Tode des Falken zu rachen!" Und mit ver-schiedenen Scherzen über diesen Vorfall verwandelten sie,als die Dame schon längst in ihre Kammer zurückgekehrtwar, auch des Nikostratus Zorn in Lachen. Pyrrhus,der dies mit ansah, sagte nun zu sich selbst: Einen schö-nen Anfang zu beglückter Liebe hat die Dame mir gege-ben; wolle nur Gott, daß sie ausharre.

Nachdem Lydia nun so den Falken getödtct hatte, ver-strichen nur wenig Tage, daß sie, als sie einst mit Niko-