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Sechster Lag.
als um einem Manne bis an die Brust zu reichen, undda das Wasser von der leisesten Trübung frei war, gestat-tete es in feiner Klarheit, genau zu erkennen, daß derGrund aus dem feinsten Kiese bestand, dessen einzelneSteinchen, wer die Muße dazu gehabt hatte, füglich zuzahlen im Stande gewesen wäre. Aber nicht nur denBoden sah, wer auf das Wasser blickte, sondern zugleichso unzählige hin und wieder schlüpfende Fische, daß es,neben dem Vergnügen, Staunen erregte. Kein anderesUfer umschloß dies Wasserbecken, als allein der Rand jenerWiese, die um so schöner grünte, je näher sie sich zu demTeiche niederscnkte, und je mehr sie von dessen Feuchtig-keit erfrischt war. Alles Wasser, das in dem Umfangedieses Beckens keinen Raum fand, wurde von einem zwei-ten Canal ausgenommen, durch welchen es aus dem Thalegeleitet, in das tiefer gelegene Land abfloß.
Als die jungen Damen nun hier angelangt waren,und nach allen Richtungen sich umhergeschaut hatten, lob-ten sie zuerst auf das lebhafteste die Schönheit des Ortes;dann aber weckte die große Hitze und der Anblick des klei-nen Sees, der vor ihnen lag, da sie sicher waren, vonNiemand belauscht zu werden, in ihnen die Lust sich zubaden. So befahlen sie denn ihrer Dienerinn, auf demWege, durch den man in das Thal gelangt, Wache zuhalten, und im Falle Jemand sich nähern sollte, ihnenein Zeichen zu geben, und entkleideten sich dann alle sieben.Das Wasser, in das sie nun niederstiegen, verbarg ihreschneeweißen Körper nicht mehr als ein zartes Glas eineRose verbergen würde. Auch wurde das klare Wasserdurch ihre Bewegungen nicht im Mindesten getrübt, sodaß sie Gefallen daran fanden, den Fischen, die sich nir-gends zu verstecken wußten, nachzujagen, so gut es gelang,und zu versuchen, ob sie deren mit den Händen zu sangenvermöchten. Wirklich erhaschten sie unter allgemeinem Ju-bel ein Paar; als sie aber eine Zeit lang im Wasser ge-weilt hatten, stiegen sie wieder heraus und kleideten sich an.