Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
237
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Bruder Cipolla u. d. Kohlen d. h. Laurentius. 237

der Cipolla's Zimmer, welches offen stand, und das Erste,worüber sie sich hermachten, um es zu durchsuchen, war derQuersack des Mönches, in dem die Feder stecken mußte.Wirklich fanden sie denn auch hier in einem großen, viel-fach mit Zindeltaffend umwickelten, Bündel ein kleinesKästchen, und in diesem, nachdem sie es geöffnet hatten,eine der Schwanzfedern eines Papageien, von der sie mitRecht vermutheten, daß es dieselbe sein werde, die er denCertaldcsen zu zeigen versprochen hatte. In der Thatkonnte er zu jener Zeit dergleichen vem Volke wohl weißmachen; denn noch waren die glanzenden Spielereien ausAegypten nur zu einem kleinen Theil nach Toscana her-übergebracht, wahrend sie spater zum größesten Unheil vonganz Italien in unzähliger Menge bei uns eingeführtsind. Waren sie aber damals überhaupt noch wenig be-kannt, so wußten die Bewohner jenes Landstadtchens sogut als nichts von ihrem Dasein, und so lange die an-spruchslose Einfalt unserer Altvordern bestand, hatte dortwol die große Mehrzahl nie den Namen eines Papageiennennen gehört, geschweige denn einen solchen geschn.

Zufrieden, die Feder gefunden zu haben, nahmen diezwei jungen Leute sie zu sich, und füllten das Kästchen,um es nicht leer zu lassen, mir einigen Kohlen an, diesie in einer Ecke des Zimmers liegen sahen. Dann ver-schlossen sie es, brachten Alles wieder in denselben Zustand,wie sie es gefunden hatten, und kehrten, ohne von Je-mand bemerkt zu sein, mit ihrer Feder vergnügt nachHause, wo sie voller Neugier erwarteten, was BruderCipolla sagen werde, wenn er Kohlen statt der Federfände.

Inzwischen gingen die Männer und die einfältigen Weib-lein, die in der Kirche gewesen, und vernommen hatten,daß sie Nachmittags drei Uhr eine Feder des Engel Ga-briel zu sehn bekommen sollten, nach beendeter Messe wie-der heim, und ein Nachbar theilte seinem Nachbarn, eineGevatterin der andern die Nachricht mit. So strömten