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2 (1843)
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214
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214 Sechster Lag. Vierte Geschichte.

Spieß und begann ihn sorgsam zu braten. Fast warer schon gar und verbreitete einen starken Dust, als eineDirne aus der Umgegend, die Brunetka genannt wardund in die Chichibio gewaltig verliebt war, in die Küchetrat. Kaum roch sie den Dust des Bratens und sah denKranich am Spieße, so gab sie dem Chichibio die bestenWorte, daß er ihr einen Schenkel davon abschneidenmöchte. Chichibio antwortete singend:Ihr kriegt ihnnicht, Donna Brunetta, Ihr kriegt ihn nicht von mir."Darüber wurde denn die Dirne ganz zornig und sagte:Nun, so wahr wie Gott lebt, gibst Du mir nicht einenSchenkel, so kriegst Du von mir nie das Kleinste, wozuDu Lust hast." Am Ende löste Chichibio, um seinMädchen nicht böse zu machen, wirklich einen Schenkelab und gab ihn ihr.

Als indcß dem Currado und seinen paar Gästen derKranich ohne Schenkel vorgesetzt ward, ließ Jener vollerErstaunens den Chichibio rufen und frug ihn, wasmit dem andern Schenkel geworden sei. Der lügenhafteVenezianer antwortete sogleich:Herr, die Kraniche ha-ben nur einen Schenkel und ein Bein." Zornig erwi-derte Currado:Was zum Teufel, sie hatten nur einenSchenkel und ein Bein? Als ob das der erste Kranichwäre, den ich zu sehen bekomme!" Chichibio aber blieddabei und sprach:Herr, es ist so, wie ich Euch sage,und beliebt es Euch, so werde ich es Euch an den Leben-digen zeigen." Currado wollte, aus Rücksicht auf dieFremden, die er bei sich hatte, ven Wortwechsel nichtweiter fortsetzen; darum antwortete er:Weil Du dennsagst, daß Du mir an den Lebendigen zeigen willst, wasich allerdings noch nie gesehen, oder von Andern gehörthabe, so will ich morgen früh die Sache mir ansehen;aber beim Leibe Christi schwöre ich Dir zu, wenn eS sichnachher anders findet, so lasse ich Dich in einer Weiftzurichten, daß, so lange Du lebst, Du meines Namenszu Deinem Unheil gedenken sollst.