Die Gesch-, d. macht, d. man z. reiten glaubt. 203
gen auferlegt und weiteres Lärmen und Gerede bei Strafedes Staubbefens verboten, so hätten sie den ganzen Tagnichts Anderes thun können, als ihr Geschwätz anhören.So aber hieß sie Beide sich entfernen, und als sie ge-gangen waren, gebot sie Philomelen mit Erzählen zu be-ginnen, und diese Hub fröhlich also zu reden an:
Erste Geschichte.
Ein Edelmann sagt zu Madonna Oretta, er wolle ihr eine Ge-schichte erzählen, Laß sie glauben solle, sie sitze zu Pferde. Als ersie darauf ungeschickt vorträgt, bittet sie ihn, daß er sie wiederabsteigen lasse.
„Ä8ie in Hellen Nächten die Sterne der Schmuck desHimmels, und im Frühjahr die Blumen der der grünenWiesen und die neubelaubten Gebüsche der Schmuck derHügel sind, so, ihr jungen Mädchen, gereichen glücklicheEinfälle den lobenswcrthen Sitten und verständigen Redenzu besonderer Zier. Weil aber ein Witzwort seiner Naturnach kurz ist, so kleidet es uns Frauen in eben demMaße bester, als die Männer, in welchem viel zu spre-chen den Frauen weniger als den Männern ziemt. Wahrist es freilich, daß zur gemeinsamen Schande für uns Alle(möge nun die Schuld in der Dürftigkeit unseres Ver-standes oder in einer besonder« Ungunst der Gestirne zusuchen sein, die über unser Jahrhundert verhängt ist) jetztnur wenig Frauen, ja vielleicht keine zu finden ist, diezur rechten Zeit einen guten Einfall zu sagen, oder wennein Anderer dergleichen gehabt hat, ihn gehörig aufzufassenvermöchte. Weil indeß Pampinea diesen Gegenstand schonfrüher hinlänglich besprochen hat, so denke ich nichts weiter