Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
123
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Costanza und Martuccio. 123

Martuccio die erste Nachricht zu geben, daß seine Co-stanza, ihn zu suchen, nach Tunis gekommen sei. Soging sie denn eines Tages in die Wohnung des jun-gen Mannes und sagte zu ihm:Martuccio, einervon Deinen Dienern, der aus Lipari kommt, ist beimir eingekehrt und wünscht insgeheim mit Dir zu re-den. Und weil ich, seinen Wünschen gemäß, es Nie-mand Anderem anvertrauen wollte, bin ich selber gekom-men, Dir die Nachricht zu bringen." Martuccio dankteihr für ihre Gefälligkeit und suchte sie bald darauf in ih-rer Wohnung aus. Als das Mädchen ihren Geliebtenwiedersah, fehlte wenig, daß sie nicht vor Freuden gestor-ben wäre. Ihrer selbst nicht mehr mächtig, siel sie ihmmit offenen Armen um den Hals. Das Nachgefühl dervergangenen Leiden und das gegenwärtige Glück machtesie stumm, daß sie in einen Strom von Thränen aus-brach. Auch der Jüngling schwieg bei dem Anblick desMädchens vor Erstaunen eine Weile, dann aber sagte ermit einem Seufzer:Ach, meine Costanza, so bist Dudenn noch am Leben! Schon lange Zeit ist es her, seitich horte, Du seiest verschwunden, und man wisse auchin unserer Heimat nicht, was aus Dir geworden sei."Und mit diesen Worten umarmte und küßte er sie unterheißen Thränen. Costanza erzählte ihm darauf alle ihreSchicksale und mit welcher Aufmerksamkeit sie von derDame, bei der sie die Zeit über gewohnt habe, behandeltworden sei.

Sobald Martuccio sich endlich nach langem Gesprächevon seiner Geliebten getrennt hatte, ging er zu demKönige, seinem Herrn, berichtete ihm Alles, was so-wol ihm als dem Mädchen begegnet war, und fügte hin-zu, wie er, seine Beistimmung vorausgesetzt, sie nach christ-lichem Gebrauche zu heirathen gesonnen sei. Der Königließ, nicht wenig über die vernommenen Ereignisse erstaunt,das Mädchen zu sich rufen, und als sie ihm die Erzäh-lung des Martuccio völlig bestätigte, sagte er:Nun so

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