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Vierter Lag. Zweite Geschichte.
Als er nun heimkam, brachte ec den Mönch zum Ge-standniß und wußte eS nach vielem Hin- und Hcrredenmit diesem so weit zu bringen, daß er ihm fünfzig Du-caten herbeischaffen mußte, wollte er nicht an die Schwä-ger der Madonna Lisetta ausgeliefert sein.
Der gute Mann erhielt sein Geld, als aber BruderAlberto nachher von dort fortzukommen wünschte, sagteihm Jener: „Dazu gibt es kein Mittel, es wäre denn,daß Ihr Euch zu Einem entschließen wolltet. Wir feiernheute ein Fest, zu dem der Eine einen Menschen, alsBären verkleidet, mitbringt, der Andere einen, als wildenMann, der Dritte so, der Vierte anders. Dann wirdauf dem Marcusplatze eine Jagd gehalten; ist die zu Ende,so ist auch das Fest aus, und ein Jeder geht mit Dem,welchen er mitgebracht, wohin er will. Wollt Ihr nundazuthun, ehe man auskundschaften kann, daß Ihr hierseid, und soll ich Euch auf eine der erwähnten Weisenmitnehmen, so kann ich Euch nachher hinführen, wohinIhr wollt. Widrigenfalls aber sehe ich nicht ein, wieIhr, ohne erkannt zu werden, von hier wegkommen wollt,denn die Schwäger Eurer Dame haben, in der Vermu-thung, daß Ihr in dieser Nachbarschaft versteckt sein müßt,überall Wache ausgestellt, um Euch zu fangen."
Ob cs gleich dem Bruder Alberto hart ankam, insolchem Aufzuge ausgehen zu sollen, so entschloß er sichdoch endlich aus Furcht vor den Verwandten der Damedazu und sagte dem guten Manne, wohin er gebrachtsein wolle, und wie er mit jeder Verkleidung, unter derer ihn führen wolle, zufrieden sei. Daraus salbte ihnJener über und über mit Honig, bestreute ihn darauf mirFlaumenfedern, that ihm eine Kette um den Hals, bandihm eine Larve vor und gab ihm einen großen Stock indie eine Hand und an die andere zwei gewaltige Hunde,die er sich vom Fleischer dazu geholt hatte.
Inzwischen aber ließ er, mit ächt venezianischer Red-lichkeit, auf dem Rialto.durch Jemand bekannt machen,