Tedaldo Elisei und Ermcllina.
285
ten gefielen dem Kaufmann so wohl, daß er ihm nicht nureinen bedeutenden Lohn ausfetzte, sondern ihn zu seinemHandlungsgenossen machte und ihm überdies einen großenTheil feiner Geschäfte ganz übergab. Dieser Angelegen-heiten nahm sich Tedaldo wieder mit solchem Eifer undso vielem Glücke an, daß er nach wenig Jahren ein ge-schickter, reicher und berühmter Kaufmann ward. Ob ernun gleich bei seinen neuen Geschäften oftmals an seinegrausame Dame zurückdachte und sich noch immer schwervon der Liebe verwundet fühlte, auch sehnsüchtig sie wie-derzusehen begehrte, so war er doch standhaft genug, siebenJahre lang siegreich diesen Kampf zu bestehen. Als esaber eines Tages sich zutrug, daß er in Cypern ein Liedsingen hörte, das er früher gedichtet hatte, und in demdie Liebe zu seiner Dame und ihre zu ihm und die Freu-den, die sie miteinander genossen, geschildert wurden; dadäuchte es ihm unmöglich, daß sie ihn vergessen habensollte, und er entbrannte in solchem Verlangen, sie wiederzu sehen, daß er es nicht länger ertrugen konnte und sichentschloß,. nach Florenz zurückzukehren. Und so reiste erdenn, nachdem er alle seine Angelegenheiten in Ordnunggebracht hatte, mit einem einzigen Diener nach Ancona,von wo aus er seine Sachen sämmtlich nach Florenz aneinen Freund seines anconitaner Handelsgenoffen sendete,selbst aber heimlich in der Tracht eines vom heiligen Grabekehrenden Pilgers mit seinem Diener desselben Weges zog.
Wie sie in Florenz angelangt waren, kehrte er ineinem kleinen Gasthofe ein, der zwei Brüdern gehörte undganz nahe an dem Hause seiner Dame war. Nicht eheraber wollte er irgend sonst wohin gehen, bis er nicht vorihrem Hause gewesen und sie zu sehen versucht hatte. Erfand indeß Thüren und Fenster und Alles verschlossen undbesorgte, sie möchte ausgezogen, oder gar gestorben sein.Nachdenklich hierüber wandte er sich nach'der Wohnungseiner Brüder und fand sie daselbst alle vier in Trauer-kleidern vor der Thür sitzen. Da ihn dies sehr verwun-