Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
197
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Der Graf von Antwerpen. 197

Sogleich ließ der König die für einen Jeden bestimmtenBelohnungen, über deren Größe Jacob sich nicht genugwundern konnte, herbcibringen und hieß ihm, diese hin-nehmcn, wenn er wirklich, seinem Versprechen zufolge, denGraf und dessen Kinder nachzuweisen wüßte. Daraufwandte Jacob sich herum und ließ den Grafen, seinenKnecht, und Pierrot vortreten und sagte:Gnädigster Herr,hier sind Vater und Sohn; die Tochter, die meine Ge-mahlin ist, ist zwar nicht zur Stelle, doch sollt Ihr siemit Gottes Hülfe baldigst sehen."

Als der König das hörte, blickte er den Grafen an,und so sehr dieser auch gegen sein früheres Aussehen ent-stellt war, erkannte er ihn doch, nachdem er ihn eine Weilebetrachtet hatte, wieder, und hob den Knienden, fast mit Thra-nen in den Augen, zu sich empor und küßte und umarmteihn. Auch den Pierrot empfing er freundschaftlich und be-fahl, daß der Graf sogleich mit Kleidern, Dienerschaft,Pferden und Gerüchen, so reichlich, als es seinem hohenRange gezieme, versehen werde. Alsobald wurde dieserBefehl vollzogen. Dann erwies der' König dem Jacobebenfalls vielfache Ehre und verlangte von ihm die Erzäh-lung der vorhergegangenen Begebenheiten. Als aber Jacobdie Belohnungen wegtragen ließ, die er für die Auskunftüber den Grafen und dessen Kinder erhalten, sagte dieser:Nimm das als ein gnädiges Geschenk unseres Herrn, desKönigs, und vergiß nicht Deinem Vater zu sagen, daßDeine Kinder, seine wie meine Enkel, nicht von mütter-licher Seite Bettlerkinder sind." Jacob nahm die Ge-schenke und ließ die Frau und deren Schwiegermutter nachParis kommen. Auch Pierrot's Frau wurde herbeigeführtund alle lebten in großen Freuden mit dem Grafen zusam-men, den der König in alle seine Güter wieder eingesetztund mit größeren Würden begabt hatte, als je zuvor.Dann beurlaubte sich ein Jedes und kehrte an seinenWohnort zurück; er aber lebte noch viel ruhmvoller alsvorher bis an sein Ende in Paris."