Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

Schluß.

81

wie Personen nach dem Kampfe mit Wider-wärtigkeiten wider alles Hoffen zu fröhlichemEnde gediehen sind."

Damen und Männer lobten gleichmäßig diese Anord-nungen und erklärten sich willig, sie zu befolgen. Dioneusallein sagte, als die Andern bereits schwiegen:Wie alleklebrigen es schon ausgesprochen haben, so sage auch ich,Madonna, Eure Verfügungen seien durchaus zweckmäßigund empfehlenswerth; doch bitte ich, daß mir Eines alsbesondere Gunst gewahrt und, so lange unsere Gesellschaftbestehen wird, erhalten werde, daß ich nämlich durch dieoben getroffene Verfügung nicht genöthigt werde, widermeinen Willen eine Geschichte über den aufgegcbenen Ge-genstand zu erzählen, sondern daß mir trotz derselben dieWahl völlig frei bleibe. Damit aber Niemand glaube,ich erbitte mir diese Gunst, weil ich keinen Vorrath vonGeschichten zur Hand habe, so bin ich im Voraus er-bötig, unter den Erzählenden immer der letzte zu sein."

Da die Königin ihn als einen munteren und unter-haltenden Menschen kannte und daher wohl errieth, erfordere dies nur, um die Gesellschaft, wenn sie des ernsterenRedens müde wäre, mit einer Geschichte zum Lachenwieder zu erheitern, gewahrte sie ihm unter Einwilligungder klebrigen gern die gebetene Gunst. Dann erhob siesich von ihrem Sitze, und die Mädchen gingen langsamenSchrittes nach einem Bache des klarsten Wassers, dasvon einem Hügel in ein Thal, welches dichte Bäume be-schatteten , zwischen Felsenstücken und grünen Kräuternniederfloß. Hier plätscherten sie mit bloßen Füßen undArmen im Wasser und trieben eine Zeitlang untereinanderallerhand Scherze. Als die Essenszeit sich nahete, kehrtensie zum Schlosse zurück und nahmen mit Behagen dieAbendmahlzeit ein.

Nach Tische ließ die Königin musikalische Instrumentebringen und wollte, daß, von Lauretten aufgeführt, einTanz begonnen werde und Emilie, unter Begleitung von

!