Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
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Einleitung. 27

und muntere Lieder, und in solcher Abwechselung vergnügtesich die Gesellschaft so lange, bis die Königin glaubte,es sei Zeit zur Mittagsruhe. Darauf entließ sie Alle;die Jünglinge fanden ihre Zimmer von denen der Mädchengetrennt, mit feingedeckten Betten versehen und mit Blu-men nicht weniger als der Speisesaal geschmückt, und dieMädchen ebenso die ihrigen. Woraus die Einen und dieAndern sich entkleideten und schlafen legten.

Die dritte Nachmittagsstunde hatte noch nicht langegeschlagen, als die Königin ausstand und die andernDamen und desgleichen die jungen Männer wecken ließ,weil das lange Schlafen bei Tage, wie sie versicherte, derGesundheit nachtheilig sei. Als Alle beisammen waren,suchten sie sich einen Rasenplatz aus, der gar hohes undfrisches Gras hatte, der Sonne unzugänglich war undeben von einem sanften Lüftchen gekühlt ward. Hier setz-ten sie sich nach der Königin Geheiß auf dem Rasen indie Runde und sie begann zu sprechen:Ihr seht, dieSonne steht noch hoch, die Hitze ist drückend, und nurdas Geschrei der Heuschrecken von den Olivenbäumen un-terbricht die schwüle Stille. So wäre es denn offenbareThorheit, jetzt ausgehn zu wollen. Hier haben wir es,wie Ihr seht, kühl und angenehm; auch sind Bret- undSchachspiele zur Hand, und Jeder kann hier seinemVergnügen nach Lust und Wohlgefallen nachgehen. WolltetIhr indcß in diesem Stücke meinem Rathe folgen, so möch-ten wir uns nicht mit Spielen, welche immer dem einenTheile mehr Verdruß gewähren, als dem andern, oder gardem Zuschauer im Verhältnis Freude, sondern mit Ge-schichtchen diese heißen Tagesstunden vertreiben, da, wennderen Einer erzählt, die ganze Gesellschaft, die ihm zu-hört, sich daran ergötzen kann. Noch ehe wir Alle darangekommen sein werden, eine Geschichte zu erzählen, wirddie Sonne sich schon gesenkt und die Hitze nachgelassenhaben, und dann können wir lustwandeln gehn, wohines Euch gefallen wird. Seid Ihr nun mit Dem zufrie-

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