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Pest in Florenz.
selbst, oder mit Hülfe einiger Träger, wenn sie deren be-kommen konnten, die Körper der Verstorbenen aus ihrenWohnungen und legten sie vor den Thüren nieder. Hierwürde, wer besonders am Morgen durch die Stadt ge-gangen wäre, der Leichen unzählige haben liegen sehen.Dann ließen sie Bahren kommen, und Manche waren,die, in Ermangelung deren, ihre Tobten auf ein bloßesBret legten. Auch geschah es, daß auf einer Bahre zweioder drei davon getragen wurden, und nicht ein, sondernviele Male hatte man zählen können, wo dieselbe Bahredie Leichen des Mannes und der Frau, oder zweier unddreier Brüder, oder des Vaters und seines Kindes trug.Oft ereignete sich es auch, daß, wenn ein paar Geistlichevor Einem mit dem Kreuze hergingen, sich gleich drei odervier Bahren mit anschloffen, und die Priester, die einenTobten begraben zu sollen glaubten, nun deren fechse,achte, und zuweilen noch mehrere hatten. Dabei wurdendann die Gestorbenen mit keiner Thrane, Kerze oder Be-gleitung geehrt, vielmehr war es so weit gekommen, daßman sich nicht mehr darum kümmerte, wenn Menschenstarben, als man es jetzt um den Tod einer Ziege thunwürde. Dadurch sah man denn gar deutlich, daß ein ge-duldiges Ertragen der Ereignisse, welches der gewöhnlicheLauf der Welt durch kleines und seltenes Unglück auchden Weifen nicht zu lehren vermocht hatte, jetzt durch dieGröße des Elends auch den Einfältigen mitgetheilt war.Da für die große Menge Leichen, die, wie gesagt, in jedeKirche täglich und fast stündlich zufammengetragen wurden,der geweihte Boden nicht zureichte, besonders wenn mannach alter Sitte jedem Tobten eine besondere Grabstättehätte einraumen wollen, so machte man, statt der kirch-lichen Gottesäcker, weil diese bereits überfüllt waren, Hehrtiefe Gruben und warf die neu hinzu Kommenden in diesezu Hunderten. Hier wurden die Leichen aufgehäuft, wiedie Maaren in einem Schiffe, und von Schicht zu Schicht