Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
LXXXVII
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Giovanni Boccaccio.

I.XXXVII

ligung des Textes. Baccio Baldini, der Leibarzt des Groß-herzogs Cosimo, hakte, lange nachdem die Ausgabe von 1527vollendet war, eine Handschrift wieder aufgefunden, dievermuthlich vor der Revolution von 1494 bereits der Fa-milie Medici gehört hatte, seitdem aber verloren war. Eswar diese Handschrift am 13. August 1384 durch Fran-cesco (den Sohn des Amaretto) Mannelli, der, wiewir wissen, ein Taufpathe Boccaccio's war, beendet worden.Darüber, daß dieser äußerst einsichtige Schreiber seinemOriginale die größte Autorität beilegte, und daß er es mitder gewissenhaftesten Sorgfalt copirte, kann kein Zweifelobwalten. Daß es indeß, wie die Deputat! und die mei-sten Spateren angenommen haben, Boccaccio's eigenhän-dige Urschrift gewesen sei, ist bloße, wenn auch nicht un-wahrscheinliche Vermuthung. Dieses Manuscript nun leg-ten die vier Obengenannten ihrer Berichtigung zum Grunde,verglichen aber daneben noch eine große Anzahl von Hand-schriften und einige ältere Drucke. Die Erwägungen,welche sie bei der Verarbeitung dieser Materialien geleitethatten, legten die Deputat! in ausführlichen^nuota^ioni"nieder, die zu dem Besten gehören, was über italienischePhilologie jemals geschrieben ist. So entstand die Aus-gabe von 1573, die allen Anforderungen genügt habenwürde, wenn nicht die von Rom gebotenen Verstümmelun-gen sie entstellt hätten. Wie neun Jahre später Sal-viati nicht nur noch mehr vom Dekameron Hinwegschnitt,sondern auch mit dem stehen gebliebenen Texte auf dasWillkürlichste umsprang, ist schon erwähnt worden. Dabeiging er von der verkehrten Annahme aus, Boccaccio habezwei von' einander abweichende Manuskripte hinterlassen,zwischen deren Lesarten uns zu wählen freistehe. ZurRechtfertigung seines Verfahrens sollten die zwei Bande^vvertimonii" dienen, die bei den italienischen Sprach-forschern höchstes Ansehen genießen, in der That aber eineAusgeburt pedantischer, auf unsichern Grundlagen auf-gebauter Sylbenstecherei sind.