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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
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Es ist ein, vornehmlich in der frommen Sprache, üblicher Aus-druck, einen sterbenden Menschen sprechen zu lassen: er gehe ausder Zeit in die Ewigkeit.

Dieser Ausdruck würde in der That nichts sagen, wenn hierunter der Ewigkeit eine ins Unendliche fortgehende Zeit verstan-den werden sollte; denn da käme ja der Mensch nie aus der Zeitheraus, sondern ginge nur immer aus einer in die andere fort. Alsomuß damit ein Ende aller Zeit, bei ununterbrochener Fortdauerdes Menschen, diese Dauer aber, sein Dasein, als Größe betrachtet,doch auch als eine mit der Zeit ganz unvergleichbare Größe (äura-tio IVoumenon) gemeint sein, von der wir uns freilich keinen, (alsblos negativen) Begriff machen können. Dieser Gedanke hat etwasGrausendes in sich; weil er gleichsam an den Rand eines Abgrundsführt, aus welchem für den, der darin versinkt, keine Wiederkehr mög-lich ist, (Ihn aber hält am ernsten Orte, der nichts zurücke läßt,die Ewigkeit mit starken Armen fest." Haller;) und doch auchetwas Anziehendes; denn man kann nicht aufhören, sein zurückge-schrecktes Auge immer wiederum darauf zu wenden, (neqneunt ex-pleri eorcka tuenäo. Virzil.) Er ist furchtbar-erhaben; zumTheil wegen seiner Dunkelheit, in der die Einbildungskraft mäch-tiger, als beim Hellen Lichte zu wirken pflegt. Endlich muß er dochauch mit der allgemeinen Menschenvernunft auf wundersame Weiseverwebt sein; weil er unter allen vernünftelnden Völkern, zu allenZeiten, auf eine oder andere Art eingekleidet, angetroffen wird. In-dem wir nun den Uebergang aus der Zeit in die Ewigkeit, (dieseIdee mag, theoretisch, als Erkenntniß-Erweiterung betrachtet, ob-jective Realität haben oder nicht,) sowie ihn sich die Vernunft inmoralischer Rücksicht selbst macht, verfolgen, stoßen wir auf dasEnde aller Dinge, als Zeitwesen und als Gegenstände möglicher