Bon dem Kampfe des guten Pn'ncips mit dem bösen. I.Abschn. 238
allen Neigungen, sofern sie dazu verleiten,) abstirbt, um der Ge-rechtigkeit zu leben. In ihr aber als intellektueller Bestimmungsind nicht zwei durch eine Zwischenzeit getrennte moralische Actusenthalten, sondern sie ist nur ein einiger, weil die Verlassung desBösen nur durch die gute Gesinnung, welche den Eingang ins Gutebewirkt, möglich ist, und so umgekehrt. Das gute Princip ist alsoin der Verlassung der bösen ebensowohl, als in der Annehmungder guten Gesinnung enthalten, und der Schmerz, der die ersterechtmäßig begleitet, entspringt gänzlich aus der zweiten. Der Aus-gang aus der verderbten Gesinnung in die gute ist als „(das Ab-sterben am alten Menschen, Kreuzigung des Fleisches,)" an sichschon Aufopferung und Antretung einer langen Reihe von Uebelndes Lebens, die der neue Mensch in der Gesinnung des SohnesGottes, nämlich blos um des Guten willen übernimmt; die aberdoch eigentlich einem Anderen, nämlich dem alten, (denn dieser istmoralisch ein anderer,) als Strafe gebührten. — Ob er also gleichphysisch (seinem empirischen Charakter als Sinncnwescn nach be-trachtet) ebenderselbe strafbare Mensch ist und als ein solcher voreinem moralischen Gerichtshöfe, mithin auch von ihm selbst gerichtetwerden muß, so ist er doch in seiner neuen Gesinnung (als intel-ligibles Wesen) vor einem göttlichen Richter, vor welchem diese dieThat vertritt, moralisch ein anderer, und diese in ihrer Rei-nigkeit, wie die des Sohnes Gottes, welche er in sich ausgenom-men hat, oder, (wenn wir diese Idee personisiciren,) dieser selbstträgt für ihn, und so auch für Alle, die an ihn (praktisch) glauben,als Stellvertreter die Sündenschuld, thut durch Leiden undTod der höchsten Gerechtigkeit als Erlöser genug, und machtalS Sachverwalter, daß sie hoffen können, vor ihrem Richterals gerechtfertigt zu erscheinen, nur daß (in dieser Vorstellungsart)jenes Leiden, was der neue Mensch, indem er dem alten abstirbt,im Leben fortwährend übernehmen muß*), an dem Repräsentanten
*) Auch .die reinste moralische Gesinnung bringt am Menschen als Welt-wesen Loch nichts mehr, als ein continuirliches Werden eines Gott wohlge-fälligen Subjekts der Lhat nach, (die in der Sinncnwelt angetroffcn wird,)