Von dem Kampf des guten Pn'ncips mit dem bösen. I. Abschn. 237
ob der Schuldner selbst oder ein Anderer für ihn bezahlt,) auf einenAnderen übertragen werden kann, sondern die allerpersönlichste,nämlich eine Sündcnschuld, die nur der Strafbare, nicht der Un-schuldige, er mag auch noch so großmüthig sein, sie für jenen über-nehmen zu wollen, tragen kann, — Da nun das Sittlich-Böse,(Uebertretung des moralischen Gesetzes, als göttlichen Gebotes,Sünde genannt,) nicht sowohl wegen der Unendlichkeit deshöchsten Gesetzgebers, dessen Autorität dadurch verletzt worden,(von welchem überschwenglichen Verhältnisse des Menschen zumhöchsten Wesen wir nichts verstehen,) sondern als ein Böses in derGesinnung und den Maximen überhaupt, (wie allgemeineGrundsätze vergleichungsweise gegen einzelne Uebertretungen,)eine Unendlichkeit von Verletzungen des Gesetzes, mithin derSchuld bei sich führt, (welches vor einem menschlichen Gerichts-höfe, der nur das einzelne Verbrechen, mithin nur die That unddarauf bezogene, nicht aber die allgemeine Gesinnung in Betrach-tung zieht, anders ist,) so würde jeder Mensch sich einer unend-lichen Strafe und Verstoßung aus dem Reiche Gottes zu ge-wärtigen haben.
Die Auflösung dieser Schwierigkeit beruht auf Folgendem:der Richterausspruch eines Herzcnskündigers muß als ein solchergedacht werden, der aus der allgemeinen Gesinnung des Angeklagten,nicht aus den Erscheinungen derselben, den vom Gestze abweichen-den, oder damit zusammenstimmenden Handlungen gezogen worden.Nun wird hier aber in dem Menschen eine über das in ihm vor-her mächtige böse Princip die Dberhand habende gute Gesinnungvorausgesetzt, und es ist nun die Frage: ob die moralische Folgeder ersteren, die Strafe, (mit anderen Worten, die Wirkung desMißfallens Gottes an dem Subjecte,) auch auf seinen Zustand inder gebesserten Gesinnung könne gezogen werden, in der er schon einGegenstand des göttlichen Wohlgefallens ist. Da hier die Fragenicht ist: ob auch vor der Sinnesänderung die über ihn verhängteStrafe mit der göttlichen Gerechtigkeit zusammenstimmen würde,(als woran Niemand zweifelt,) so soll sie (in dieser Untersuchung)