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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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172
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172 Religion innerh. d. Grenzen d. blosen Vernunft.

barung, als historisches System, an moralische Begriffe bloSfragmentarisch halten und sehen, ob dieses nicht zu demselben reinenVernunftsystem der Religion zurückführe, welches zwar nichtin theoretischer Absicht, (wozu auch die technisch-praktische, der Un-terweisungsmethode, als einer Kunstlehre, gezählt werden muß,)aber doch in moralisch-praktischer Absicht selbstständig und für eigent-liche Religion, die, als Bernunflbegriff a priori, (der nach Weg-lassung alles Empirischen übrig bleibt,) nur in dieser BeziehungStatt findet, hinreichend sei. Wenn dieses zutrifft, so wird mansagen können, daß zwischen Vernunft und Schrift nicht blos Ver-träglichkeit, sondern auch Einigkeit anzutreffen sei, so daß, wer dereinen (unter Leitung der moralischen Begriffe) folgt, nicht erman-geln wird, auch mit der anderen zusammenzutreffen. Träfe es sichnicht so, so würde man entweder zwei Religionen in einer Personhaben, welches ungereimt ist, oder eine Religion und einen Cul-tus, in welchem Fall, da letzterer nicht, (so wie Religion,) Zweckan sich selbst ist, sondern nur als Mittel einen Werth hat, beideoft müßten zusammcngeschüttelt werden, um sich auf kurze Zeit zuverbinden, alsbald aber wie Del und Wasser sich wieder von einanderscheiden, und das Reinmoralische (die Vernunftrcligion) oben aufmüßten schwimmen lassen.

Daß diese Vereinigung oder der Versuch derselben ein demphilosophischen Religionsforscher mit vollem Recht gebührendes Ge-schäft und nicht Eingriff in die ausschließlichen Rechte des biblischenTheologen sei, habe ich in der ersten Vorrede angemerkt. Seitdemhabe ich diese Behauptung in der Moral des seligen Michaelis,(erster Theil, S. 511,) eines in beiden Fächern wohl bewan-derten Mannes, angeführt und durch sein ganzes Werk ausgeübtgefunden, ohne daß die höhere Facultät darin etwas ihren RechtenPräjudicirlichcS angetroffen hätte.

Auf die Urtheile würdiger, genannter und ungenannter Männerüber diese Schrift habe ich in dieser zweiten Auflage, da sie (wiealles auswärtige Literarische) in unseren Gegenden sehr spät ein-lausen, nicht Bedacht nehmen können, wie ich wohl gewünscht

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