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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
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Schlußanmerkun g.

^ie Theodicee hat es, wie hier gezeigt worden, nicht sowohlmit einer Aufgabe zum Vortheil der Wissenschaft, als vielmehr miteiner Glaubenssache zu thun. Aus der authentischen sahen wir:daß es in solchen Dingen nicht so viel aufs Vernünfteln ankomme,als auf Aufrichtigkeit in Bemerkung des Unvermögens unserer Ver-nunft, und auf die Redlichkeit, seine Gedanken nicht in der Aussagezu verfälschen, geschehe dies auch in noch so frommer Absicht, als cSimmer wolle. Dieses veranlaßt noch folgende kurze Betrachtungüber einen reichhaltigen Stoff, nämlich über die Aufrichtigkeit alsdas Haupterforderniß in Glaubens sachcn, im Widerstreite mit demHange zur Falschheit und Unlauterkeit, als dem Hauptgebrechen inder menschlichen Natur.

Daß das, was Jemand sich selbst oder einem Anderen sagt,wahr sei, dafür kann er nicht jederzeit stehen, (denn er kann irren;)dafür aber kann und muß er stehen, daß sein Bekenntniß oderGeständniß wahrhaft sei; denn dessen ist er sich unmittelbar be-wußt. Er vergleicht nämlich im erstcren Falle seine Aussage mitdem Object im logischen Urthcile (durch den Verstand); im zweitenFall aber, da er sein Fürwahrhalten bekennt, mit dem Subjcct (vordem Gewissen). Thut er das Bekenntniß in Ansehung des erstcren,ohne sich des letzteren bewußt zu sein; so lügt er, weil er etwasAnderes vorgibt, als wessen er sich bewußt ist. Die Bemerkung,daß es solche Unlauterkeit im menschlichen Herzen gebe, ist nicht neu,(denn Hiob hat sie schon gemacht;) aber fast sollte man glauben,daß die Aufmerksamkeit auf dieselbe für Sitten - und Rcligionslehrcrneu sei; so wenig findet man, daß sie, ungeachtet der Schwierig-keit, welche eine Läuterung der Gesinnnungen der Menschen, selbst

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