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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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Ueber das Mißlingen aller philosophischen

Menschheit als endlicher Natur, zu suchen sein müsse, mithin ihrauch nicht zugerechnet werden könne.

H. Auf die Beschwerde, die wider die göttliche Gütigkeit auSden Nebeln, nämlich Schmerzen, in dieser Welt erhoben wird, bestehtnun die Rechtfertigung derselben gleichfalls

») darin: daß in den Schicksalen der Menschen ein Ueberge-wicht des Nebels über den angenehmen Genuß des Lebens fälschlichangenommen werde, weil doch ein Jeder, so schlimm es ihm auchergeht, lieber leben, als todt sein will, und diejenigen Wenigen, dieda§ Letztere beschließen, so lange sie es selbst aufschoben, selbst da-durch noch immer jenes Uebergewicht eingestehen, und wenn sie zumLetzteren thöricht genug sind, auch alsdann blos in den Zustand derNichtempfindung übergehen, in welchem ebenfalls kein Schmerz ge-fühlt werden könne. Allein man kann die Beantwortung dieserSophisterei sicher dem Ausspruche eines jeden Menschen von gesun-dem Verstände, der lange genug gelebt und über den Werth deSLebens nachgedacht hat, um hierüber ein Urtheil fällen zu können,überlassen, wenn man ihn fragt: ob er wohl, ich will nicht sagenauf dieselben, sondern auf jede andere ihm beliebigen Bedingungen,(nur nicht etwa einer Feen-, sondern dieser unserer Erdenwelt) dasSpiel des Lebens noch einmal durchzuspielen Lust hätte.

b) Auf die zweite Rechtfertigung, daß nämlich das Uebergewichtder schmerzhaften Gefühle über die angenehmen von der Natur einesthierischen Geschöpfes, wie der Mensch ist, nicht könne getrennt wer-den, (wie etwa GrafVeri in dem Buche über die Natur des Ver-gnügens behauptet,) würde man erwiedern: daß, wenn dem alsoist, sich eine andere Frage einsinde, woher nämlich der Urheber un-seres Daseins uns überhaupt ins Leben gerufen, wenn es nach un-serem richtigen Ueberschlage für uns nicht wünschenswerth ist. DerUnmuth würde hier, wie jene Indianische Frau dem Dschingiskan,der ihr wegen erlittener Gewaltthätigkeit keine Genugthuung, nochwegen der künftigen Sicherheit verschaffen konnte, antworten:Wenndu uns nicht schützen willst, warum eroberst du uns denn?"

e) Die dritte Auflösung dieses Knotens soll diese sein: daß uns