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36enn man die letzte Mendelssohn'sche, von ihm selbst heraus-gegebene Schrift liest, und das nicht im Mindesten geschwächte Ver-trauen dieses versuchten Philosophen auf die demonstrativeBeweisart deS wichtigsten aller Sätze der reinen Vernunft darinwahrnimmt, so geräth man in Versuchung, die engen Grenzen,welche scrupulöse Kritik diesem Erkenntnißvermögen setzt, wohl fürungegründete Bedenklichkeit zu halten und durch die That alle Ein-würfe gegen die Möglichkeit einer solchen Unternehmung für wi-derlegt anzusehen. Nun scheint es zwar einer guten und der mensch-lichen Vernunft unentbehrlichen Sache zum Wenigsten nicht nach-theilig zu sein, daß sie allenfalls auf Vermuthungen gegründet werde,die Einer oder der Andere für förmliche Beweise halten mag; dennman muß am Ende doch auf denselben Satz, es sei durch welchenWeg es wolle, kommen, weil Vernunft ihr selbst ohne denselbenniemals völlig Genüge leisten kann. Allein es tritt hier eine wich-tige Bedenklichkeit in Ansehung des Weges ein, den man einschlägt.Denn räumt man der reinen Vernunft in ihrem speculativen Ge-brauch einmal das Vermögen ein, sich über die Grenzen des Sinn-lichen hinaus durch Einsichten zu erweitern, so ist es nicht mehrmöglich, sich blos auf diesen Gegenstand einzuschränken; und nichtgenug, daß sie alsdenn für alle Schwärmerei ein weites Feld geöffnetfindet, so traut sie sich auch zu, selbst über die Möglichkeit eineshöchsten Wesens (nach demjenigen Begriffe, den die Religion braucht,)durch Vcrnünftcleicn zu entscheiden, — wie wir davon an Spi-noza und selbst zu unserer Zeit Beispiele antreffen, — und so durchangemaßten Dogmatismus jenen Satz mit eben der Kühnheit zustürzen, mit welcher man ihn errichten zu können sich gerühmthat; statt dessen, wenn diesem in Ansehung des Uebersinnlichcn durch