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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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114 Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.

werden oder nicht, so bleibt diejenige Folgerung, die ich zur Erläu-terung meines Hauptsatzes daraus ziehe, wie mich dünkt, ziemlichsicher: daß, wenn ein solcher Dunstkreis um ihn gewesen, die me-chanische Erzeugung eines schwebenden Ringes eine nothwendigeFolge daraus hat sein müssen, und daß daher der Ausschlag der,allgemeinen Gesetzen überlassenen Natur selbst aus dem Chaos aufRegelmäßigkeit abziele. "

Achte Betrachtung.

Von der göttlichen Allgenügsamkeit.

Die Summe aller dieser Betrachtungen führt uns auf einenBegriff von dem höchsten Wesen, der Alles in sich faßt, was mannur zu gedenken vermag, wenn Menschen aus Staube gemacht, eswagen, ausspähende Blicke hinter den Vorhang zu werfen, derdie Geheimnisse des Unerforschlichen vor erschaffenen Augen verbirgt.Gott ist allgenugsam. Was da ist, es sei möglich oder wirklich,das ist nur etwas, insoferne es durch ihn gegeben ist. Eine mensch-liche Sprache kann den Unendlichen zu sich selbst reden lassen: Ichbin von Ewigkeit zu Ewigkeit, außer mir ist nichts,ohne insoferne cs durch mich etwas ist. Dieser Gedanke,der erhabenste unter allen, ist noch sehr vernachlässigt, oder mchrentheilsgar nicht berührt worden. Das, was sich in den Möglichkeitender Dinge zur Vollkommenheit und Schönheit in vortrefflichenPlanen darbietct, ist als ein für sich nothwendiger Gegenstand dergöttlichen Weisheit, aber nicht selbst als eine Folge von diesem un-begreiflichen Wesen angesehen worden. Man hat die Abhängigkeitanderer Dinge blos auf ihr Dasein eingeschränkt, wodurch ein gro-ßer Antheil an dem Grunde von soviel Vollkommenheit jener ober-sten Natur entzogen, und ich weiß nicht, welchem ewigen Undingebeigemessen wird.

Fruchtbarkeit eines einzigen Grundes an viel Folgen, Zusam-incnsiimmung und Schicklichkeit der Naturen, nach allgemeinen Ge-

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