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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
Seite
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3t Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.

Data dazu aufhebt. Das Erste findet, wie gesagt, niemals beimDasein Statt, und weil kein Drittes möglich ist, so ist entwederder Begriff von der schlechterdings nothwendigen Existenz gar eintäuschender und falscher Begriff, oder es muß darin beruhen, daßdaS Nichtsein eines Dinges zugleich die Verneinung von den Datiszu allem Denklichen sei. Daß aber dieser Begriff nicht erdichtet,sondern etwas Wahrhaftes sei, erhellt auf folgende Art.

2 .

Cs existirt ein schlechterdings nothwendiges Wesen.

Alle Möglichkeit setzt etwas Wirkliches voraus, worin undwodurch alles Denkliche gegeben ist. Demnach ist eine gewisseWirklichkeit, deren Aufhebung selbst alle innere Möglichkeit über-haupt aufheben würde. Dasjenige aber, dessen Aufhebung oderVerneinung alle Möglichkeit vertilgt, ist schlechterdings nothwendig.Demnach existirt etwas absolut nothwendiger Weise. Bis dahin er-hellt, daß ein Dasein eines oder mehrerer Dinge selbst aller Mög-lichkeit zum Grunde liege, und daß dieses Dasein an sich selbstnothwendig sei. Man kann hieraus auch leichtlich den Begriff derZufälligkeit abnehmen. Zufällig ist nach der Worterklarung, dessenGegentheil möglich ist. Um aber die Sacherklärung davon zu fin-den, so muß man auf folgende Art unterscheiden. Im logischenVerstände ist dasjenige als ein Prädicat an einem Subjecte zufäl-lig, dessen Gegentheil demselben nicht widerspricht. Z. E. einemTriangel überhaupt ist es zufällig, daß er rechtwinklicht sei. DieseZufälligkeit findet lediglich bei der Beziehung der Prädicate zu ihrenSubjecten Statt, und leidet, weil das Dasein kein Prädicat ist,auch gar keine Anwendung auf die Existenz. Dagegen ist im Real-verstande zufällig dasjenige, dessen Nichtsein zu denken ist, das ist,dessen Aufhebung nicht alles Denkliche aufhebt. Wenn demnachdie innere Möglichkeit der Dinge ein gewisses Dasein nicht voraus-setzt so ist dieses zufällig, weil sein Gegentheil die Möglichkeit nichtaufhebt. Oder: dasjenige Dasein, wodurch nicht das Materiale zu

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