L4 Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.
haben. Z. E. der Gott des Spinoza ist unaufhörlichen Verände-rungen unterworfen.
Wenn ich mir vorstelle: Gott spreche über eine mögliche Weltsein allmächtiges Werde, so ertheilt er dem in seinem Verständevorgestellten Ganzen keine neuen Bestimmungen, er setzt nicht einneues Prädicat hinzu, sondern er setzt diese Reihe der Dinge, inwelcher Alles sonst nur beziehungsweise auf dieses Ganze gesetzt war,mit allen Prädicaten absolute oder schlechthin. Die Beziehungenaller Prädicate zu ihren Subjecten bezeichnen niemals etwas Existi-rendes, das Subject müßte denn schon als existirend vorausgesetztwerden. Gott ist allmächtig, muß ein wahrer Satz auch in demUnheil desjenigen bleiben, der dessen Dasein nicht erkennt, wenn ermich nur wohl versteht, wie ich den Begriff Gottes nehme. Alleinsein Dasein muß unmittelbar zu der Art gehören, wie sein Begriffgesetzt wird, denn in den Prädicaten selber wird es nicht gefunden.Und wenn nicht schon das Subject als existirend vorausgesetzt ist,so bleibt es bei jeglichem Prädicate unbestimmt, ob es zu einemexistirenden, oder blos möglichen Subject gehöre. Das Dasein kanndaher selber kein Prädicat sein. Sage ich: Gott ist ein existirendDing, so scheint es, als wenn ich die Beziehung eines Prädicatszum Subjecte ausdrückte. Allein es liegt auch eine Unrichtigkeit indiesem Ausdruck. Genau gesagt, sollte es heißen: etwas Existiren-des ist Gott, das ist, einem existirenden Dinge kommen diejenigenPrädicate zu, die wir zusammengenommen durch den AusdruckGott bezeichnen. Diese Prädicate sind beziehungsweise auf diesesSubject gesetzt, allein das.Ding selber sammt allen Prädicaten istschlechthin gesetzt.
Ich besorge durch zu weitläustige Erläuterung einer so einfachenIdee unvernehmlich zu werden. Ich könnte auch noch befürchten,die Zärtlichkeit derer, die vornehmlich über Trockenheit klagen, zubeleidigen. Allein, ohne diesen Tadel für etwas Geringes zu halten,muß ich mir diesmal hiezu Erlaubniß ausbitten. Denn ob ich schonan der überfeinen Weisheit derjenigen, welche sichere und brauchbareBegriffe in ihrer logischen Schmelzküche so lange übertreiben, abzie-