14 Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.
viel Mehrercs in diesem Gegenstände aufklären könnte. Zu diesemZwecke aber zu gelangen, muß man sich auf den bodenlosen Ab-grund der Metaphysik wagen. Ein finsterer Ocean ohne Ufer undohne Leuchtthürme, wo man es wie der Seefahrer auf einem un-beschifften Meere anfangen muß, welcher, sobald er irgendwo Landbetritt, seine Fahrt prüft und untersucht, ob nicht etwa unbemerkteSceströme seinen Lauf verwirrt haben, aller Behutsamkeit ungeach-tet, die die Kunst zu schiffen nur immer gebieten mag.
Diese Demonstration ist indessen noch niemals erfunden worden,welches schon von Anderen angcmerkt ist. Was ich hier liefere, istauch nur der Beweisgrund zu einer Demonstration, ein mühsamgesammeltes Baugcräthe, welches der Prüfung deS Kenners vorAugen gelegt ist, um aus dessen brauchbaren Stücken nach denRegeln der Dauerhaftigkeit und der Wohlgereimtheit das Gebäudezu vollführen. Eben so wenig wie ich dasjenige, was ich liefere,für die Demonstration selber will gehalten wissen, so wenig sinddie Auflösungen der Begriffe, deren ich mich bediene, schon Defini-tionen. Sie sind, wie mich dünkt, richtige Merkmale der Sachen,wovon ich handle, tüchtig, um daraus zu abgemessenen Erklärungenzu gelangen, und an sich selbst zur Wahrheit und Deutlichkeitbrauchbar, aber sie erwarten noch die letzte Hand des Künstlers,um den Definitionen beigezählt zu werden. Es gibt eine Zeit, woman in einer solchen Wissenschaft, wie die Metaphysik ist, sich ge-traut Alles zu erklären und Alles zu demonstrircn, und wiederumeine andere, wo man sich nur mit Furcht und Mißtrauen an der-gleichen Unternehmungen wagt.
Die Betrachtungen, die ich darlege, sind die Folgen eines lan-gen Nachdenkens, aber die Art des Vortrags hat das Merkmal einerunvollendeten Ausarbeitung an sich, insoferne verschiedene Beschäfti-gungen die dazu erforderliche Zeit nicht übrig gelassen haben. Esist indessen eine sehr vergebliche Einschmeichelung, den Leser umVerzeihung zu bitten, daß man ihm, um welcher Ursache willen esauch sei, nur mit etwas Schlechtem habe aufwarten können. Erwird es niemals vergeben, man mag sich entschuldigen, wie man