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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
Seite
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jv Versuch einiger Betrachtungen über den Optimismus.

ein geringes Glied, an mir selbst unwürdig, und um des Ganzenwillen auserlesen, schätze ich mein Dasein desto höher, weil ich er-koren ward, in dem besten Plane eine Stelle einzunchmen. Ichrufe allem Geschöpfe zu, welches sich nicht selbst unwürdig macht,so zu heißen: Heil uns, wir sind! und der Schöpfer hat an unsWohlgefallen. Unermeßliche Räume und Ewigkeiten werden wohlnur vor dem Auge des Allwissenden die Reichthümer der Schöpfungin ihrem ganzen Umfange eröffnen, ich aber aus dem Gesichts-puncte, worin ich mich befinde, bewaffnet durch die Einsicht, diemeinem schwachen Verstände verliehen ist, werde um mich schauen,soweit ich kann, und immer mehr cinschen lernen: daß dasGanze das Beste sei, und Alles um des Ganzen willengut sei.

Ich werde in dem bevorstehenden halben Jahre die Logik, wieich gewohnt bin, über Mcper, die Metaphysik über Baumgarten,über ebendenselben auch die Ethik, die physische Geographie übermeine eigene Handschrift, die reine Mathematik, die ich anfange,in einer besonderen, die mechanischen Wissenschaften aber in eineranderen Stunde, beide nach Wolf vortragen. Die Einteilung derStunden wird besonders bekannt gemacht. Man weiß schon, daßich jede dieser Wissenschaften in einem halben Jahre zu Ende bringe,und, wenn dieses zu kurz ist, den Rest in einigen Stunden desfolgenden nachhole.