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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
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über den Optimismus.

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mir zuvörderst, daß ich die absolute Vollkommenheit eines Dinges,wenn man sie ohne irgend eine Absicht für sich selbst betrachtet,in dem Grade der Realität setze. Ich habe in dieser Voraussetzungdie Bcistimmung der meisten Weltweisen auf meiner Seite, undkönnte sehr leicht diesen Begriff rechtfertigen. Nun behaupte ich,daß Realität und Realität niemals als solche können unterschiedensein. Denn wenn sich Dinge von einander unterscheiden, so ge-schieht es durch dasjenige, was in dem einen ist, und in demanderen nicht ist. Wenn aber Realitäten als solche betrachtet wer-den, so ist ein jedes Merkmal in ihnen positiv; sollten sich nundieselben von einander als Realitäten unterscheiden, so müßte in dereinen etwas Positives sein, was in der anderen nicht wäre, alsowürde in der einen etwas Negatives gedacht werden, wodurch siesich von der anderen unterscheiden ließe, das heißt, sie würden nichtals Realitäten mit einander verglichen, welches doch gefordert wurde.Demnach unterscheidet sich Realität und Realität von einanderdurch nichts, als durch die einer von beiden anhängenden Negationen,Abwesenheiten, Schranken, das ist nicht in Ansehung ihrer Beschaf-fenheit (yuulltuto), sondern Größe (grsäu).

Demnach, wenn Dinge von einander unterschieden sind, sounterscheiden sie sich jederzeit nur durch den Grad ihrer Realität,und unterschiedliche Dinge können nie einerlei Grad der Realitäthaben. Also können ihn auch niemalen zwei unterschiedene Weltenhaben; das heißt, es sind nicht zwei Welten möglich, welche gleichgut, gleich vollkommen wären. Herr Reinhard sagt in seiner Preis-schrift vom Optimismus: eine Welt könne wohl eben die Summe

*) Die Vollkommenheit im respcctiven Verstände ist die Zusammenstim-mung des Mannigfaltigen zu einer gewissen Regel, diese mag sein, welchesie wolle. So ist mancher Betrug, manche Räuberrotte vollkommen in ihrerArt. Allein im absoluten Verstände ist etwas nur vollkommen, insofern dasMannigfaltige in demselben den Grund einer Realität in sich enthält. DieGroße dieser Realität bestimmt den Grad der Vollkommenheit- Und weilGott die höchste Realität ist, so würde dieser Begriff mit demjenigen übcr-eintrcffen, da man sagte, es ist etwas vollkommen, insofern es mit dengöttlichen Eigenschaften zusammcnstimmt.