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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
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seitdem man sich von Gott einen geziemenden Begriff ge»macht hat, ist vielleicht kein Gedanke natürlicher gewesen, als dieser:daß, wenn er wählt, er nur das Beste wähle. Wenn man vom Alexandersagte, daß er glaubte nichts gethan zu haben, solange für ihn noch etwaszu thun übrig war, so wird sich dieses mit einer unendlich größerenRichtigkeit von dem gütigsten und mächtigsten unter allen Wesensagen lassen. Leibnitz hat auch damit nichts Neues vorzutragengeglaubt, wenn er sagte: diese Welt sei unter allen möglichen diebeste, oder welches ebensoviel ist: der Inbegriff Alles dessen, wasGott außer sich hcrvorgebracht hat, ist das Beste, was nurhervorzubringen möglich war; sondern das Neue bestand nur inder Anwendung, um bei den Schwierigkeiten, die man von demUrsprünge des Bösen macht, den Knoten abzuhauen, der so schweraufzulösen ist. Ein Gedanke, der so leicht, so natürlich ist, denman endlich so oft sagt, daß er gemein wird und Leute von zärt-lichem Geschmacks verekelt, kann sich nicht lange im Ansehen er-halten. Was hat man denn für Ehre davon, mit dem großenHaufen mit zu denken und einen Satz zu behaupten, der so leichtzu beweisen ist? Subtile Jrrthümer sind ein Reiz für die Eigen-liebe, welche die eigene Stärke gerne fühlt; offenbare Wahrheitenhingegen werden so leicht und durch einen so gemeinen Verstandeingesehen, daß es ihnen endlich so geht, wie jenen Gesängen,welche man nicht mehr ertragen kann, sobald sie aus dem Mundedes Pöbels erschallen. Mit einem Worte: man schätzt gewisse Er-kenntnisse öfters nicht darum hoch, weil sie richtig sind, sondernweil sie uns was kosten, und man hat nicht gerne die Wahrheitgutes Kaufs. Diesemnach hat man es erstlich außerordentlich,dann schön und endlich richtig gefunden, zu behaupten, daß es

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