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„Rohr," versetzte Elisabeth, über die Verwünschung lächelnd,welche der vorsichtige Franzose mir von sich selbst verstanden glaubte.
„Oui, Mademoiselle, Rohr."
«In, ja," rief Richard; „Rohr ist der volksthümliche Namedafür; aber in der Botanik heißt es socclmrum oMoinorum; undwas wir den Zucker- oder Hartahorn nennen, ist »cor soceliorinum.Das sind gelehrte Namen, Monsieur, die Ihr ohne Zweifel wohlversteht?"
„Ist dieß griechisch oder lateinisch, Herr Edwards?" flüsterteElisabeth dem Jüngling zu, der eben für sie und ihre Gefährtindie Zweige eines Gebüsches ans einander bog — „oder vielleichteine noch gelehrtere Sprache, um deren Auslegung wir uns anSie wenden müssen?"
Das dunkle Auge des jungen Mannes blitzte auf die Spre-cherin, verlor aber schnell wieder seinen gekränkten Ausdruck.
„Ich will mich dieser Frage erinnern, Miß Temple, wenn ichmeinen alten Freund Mohcgan wieder besuche; seine oder Leder-strumpfs Sprachkenntniß wird sie wohl zu beantworten wissen."
„Sie theilcn also wirklich deren Sprachgelehrsamkeit nicht?"
„Wenigstens nicht in sonderlichem Umfange; aber Herrn Jo-nes tiefe Gelehrsamkeit und selbst Monsieur Le Qnoi's höflicheAnsdrncksweise sind mir geläufiger."
„Sic sprechen französisch?" versetzte die Dame rasch.
„Es ist die gewöhnliche Sprache der Irokesen und in denCanada's," antwortete er lächelnd.
„Aber das sind Mingo's, und Eure Feinde."
„Es wäre gut für mich, wenn ich keine schlimmeren hätte,"sagte der Jüngling, indem er mit seinem Pferde voransprengte,und so dem verfänglichen Gespräche ein Ende machte.
Richard gab sich fortwährend alle Mühe, die Gesellschaft zuunterhalten, bis sie eine Waldöffnung auf dem Gipfel des Bergeserreichten, wo die Tannen und Fichten ganz verschwunden waren,Die Ansiedler. 18