Druckschrift 
1 (1853) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
464
Einzelbild herunterladen
 

- 46-1

den Felsen hinab, zog sein Messer nnd wandte sich mit einemBlicke an die Gefangene, in dem sich die widerstrebdnesten Lei-denschaften malten.

Weib," sprach er,wähle: Le Snbtils Wigwam oder seinMesser!"

Cora achtete nicht ans ihn: sic warf sich ans die Kniee nnderhob Angen und Arme znm Himmel und sprach mit sanfter, abervertrauensvoller Stimme:

Dein bin ich! Thw mit mir nach deinem Rathschlnß!"

Weib!" wiederholte Magna mit barscher Stimme, indem ervergeblich einen Blick aus ihrem heiteren, strahlenden Auge zuerhaschen suchte,wähle!"

Aber Cora hörte oder beachtete nicht, was er sprach. JedeFiber zitterte an dem Hnronen; er hob seinen Arm, lies; ihnaber mit einem Ausdruck der Verwirrung wieder sinken, wie Ei-ner, der noch zweifelhaft ist. Noch einmal kämpfte er mit sichund hob die scharfe Waffe empor da hörte man ans der Höheherab ein durchdringendes Geschrei, Uncas erschien nnd sprangin wahnsinnigem Drange von einer furchtbaren Höhe ans dieFelsenspifie herab. Magna fuhr einen Schritt zurück nnd Einerseiner Begleiter benützte diese Gunst, sein Messer Cora in dasHerz zu stoßen.

Der Hnrone sprang wie ein Tiger ans seinen verwegenenLandsmann, der bereits znrückwich; der herabstürzcnde Uncasaber trennte die unnatürlichen Gegner. Durch diese Unterbre-chung gestört und durch den Mord, dessen Zeuge er eben gewe-sen war, in Raserei versetzt, stieß Magna dem ans dem Bodenliegenden Delawaren das Messer in den Nucken, ein teuflischesFrohlocken über diese feige That ansstoßend. Aber Uncas erhobsich von dem Stoße, wie ein verwundeter Panther auf den Feindstürzt, und streckte mit der letzten Anstrengung seiner sinkendenKraft Cora's Mörder zu seinen Füßen nieder. Dann wandte er