382
Armes waren: denn sicher nicht die raffinirteste Grausamkeit hättejetzt ihre» Tod verzögert, dem Ansbrnche wilder Leidenschaft gegen-über, der dem Wilden beinahe die Stimme erstickte. Da Magnaaber überall mir Gesichter traf, die er als Freunde kannte, knirschteer mit den Zähnen, wie mit eisernen Raspeln, und schlang seineWuth in sich, in Ermanglung eines Opfers, an dem er sie hätteanslaffen können. Diese Zorneswuth entging keinem Anwesenden,und mehrere Minuten verflossen, ohne daß ein Wort gesprochenwurde, weil Jeder fürchten mußte, eine jetzt schon an Wahnsinngränzende Leidenschaft noch zu steigern. Endlich aber nahm derälteste Häuptling das Wort:
„Mein Freund hat einen Feind gefunden," sprach er. „Ist erin der Nähe, daß die Hnroncn Rache nehmen können?"
„Laßt den Delaware» sterben!" rief Magna mit einer Don-nerstimme.
Eine abermalige, lange und bedeutungsvolle Pause erfolgteund ward wie zuvor mit gebührender Vorsicht von demselbenHäuptling unterbrochen.
„Der Mohikaner ist schnellfüßig und springt weit!" sprach er,„aber meine jungen Männer sind ans seiner Fährte."
„Sv ist er fort?" fragte Magna in tiefen Kehltöncn, die ansdem Innersten seiner Brust zu kommen schiene».
„Ein böser Geist ist unter uns gewesen, und der Delawarehat unsere Angen geblendet."
„Ein böser Geist!" wiederholte der Andere spottend, „es istder Geist, der schon so vielen Hnronen das Leben geraubt hat.Der Geist, der meine jungen Männer an dem herabstnrzendenFlusse erschlug; der ihre Skalpe an der Heilquelle nahm und jetztdie Arme Le Nenard Subtil's gebunden hat!"
„Bon wem spricht mein Freund?"
„Von dem Hunde, der unter einer blaffen Haut das Herz unddie List eines Indianers hat, von 1r> Ion§ue csrabine!"