Druckschrift 
1 (1853) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
383
Einzelbild herunterladen
 

383

Dieser furchtbare Name übte den gewöhnlichen Eindruck aufseine Zuhörer. Als sie aber Zeit zum Nachdenken gewannen unddie Krieger daran gedachten, daß ihr kühner und furchtbarer Feindmitten in ihrem Lager gewesen war, Unheil stiftend: trat furchtbareWuth an die Stelle der Verwunderung, und alle jenen mildenLeidenschaften, die eben noch in Magua's Brust gekämpft hatten,gingen plötzlich auf seine Gefährten über. Die Einen knirschtenvor Grimm mit den Zähnen, Andere machten ihren Gefühlen ineinem Geheul Luft, während noch Andere wie wahnsinnig in dasLeere schlugen, als ob der Gegenstand ihrer Rache wirklich dieseStreiche empfände. Allein dieser plötzliche Ausbruch der Leidenschaftverwandelte sich alsbald in jene stille, finstere Zurückhaltung, de-ren Miene sie in Augenblicken der Unthätigkeit immer annahmen.

Magna, welcher seinerseits Zeit zum Nachsinnen gewonnenhatte, veränderte jetzt sein Benehmen und gab sich mit einerWürde, die der Wichtigkeit der Sache entsprach, das Anseheneines Mannes, der weiß, was er zu thnn und zu bedenke» hat.

Laßt uns zu meinem Volke gehen," sprach er,sie wartenauf uns."

Seine Gefährten willigten schweigend ein: der ganze Hanfeverließ die Höhle und kehrte nach der Rathshütte zurück. Als siesich niedergelassen hatten, wandten sich aller Angen auf Magna,der aus diesem Zeichen abnahm, daß sie ihm einstimmig die Pflichtder Erzählung des Geschehenen übertragen wollten. Er stand aufund gab seinen Bericht ohne Zweideutigkeit oder Rückhalt. Dieganze Täuschung, die Dnncan und Hamk-eye unternommen, lagjetzt offen vor Angenz und selbst die Abergläubigsten in demStamme konnten über den Charakter der Begebenheiten nichtlänger im Zweifel sein. Es war zu offenkundig, daß sie empörendschimpflich getäuscht worden waren. Als er geendet und seinen Sitzwieder eingenommen hatte, sahen sich die versammelten Stamm-gcnossen seine Zuhörer schlossen die ganze Zahl der streitbaren