Druckschrift 
1 (1853) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
300
Einzelbild herunterladen
 

300

Wenn ich Ench in Gefahr weiß, svll ich da nicht einenSchuß wagen?"

Hawk-cye sah ihn einen Augenblick an, wie Einer, der nichtrecht wußte, wie er die Frage nehmen sollte; dann nickte er mitdem Kopfe und antwortete lachend, obgleich kaum hörbar:

Ein ganzes Pelotonfener, Major!"

Im nächsten Augenblick verbargen ihn die Blätter. Dnncanwartete einige Minuten in fieberhafter Ungeduld, bis er den Kund-schafter wieder gewahrte. Jetzt kam dieser von Neuem znm Vor-schein, ans der Erde liegend, von der ihn sein Anzug schwerunterscheiden ließ, und gerade auf seinen beabsichtigten Gefange-nen znkriechend. Als er noch einige Schritte von ihm entferntwar, richtete er sich still und langsam auf. In diesem Augen-blick fielen mehrere lante Schläge in das Wasser, und Dnncanwandte seine Angen gerade noch zur Zeit, um hundert schwarzeGestalten zusammen in das kleine in Aufruhr gebrachte Gewässerplumpen zu sehen. Er griff nach seiner Buchse; und seine Blickerichteten sich wieder auf den nahen Indianer. Statt über denLärm zu stutzen, streckte der Wilde unwillkürlich den Hals vor,als ob auch er die Bewegungen um den düster» See mit einerArt einfältiger Neugierde bewachen wollte. Mittlerweile schwebteHawk-eye's Hand über ihm, sank aber wieder ohne sichtbarenGrund, und ihr Eigenthnmer überließ sich von Neuem einemlangen, obgleich immer noch verborgenen Ansbruch von Heiterkeit.Endlich nachdem sein herzliches Gelächter zu Ende war, gab er,statt sein Schlachtopfcr an der Kehle zu fassen, ihm einen leichtenSchlag auf die Schulter und rief laut:

Wie, Freund, habt Ihr vor, die Biber singen zu lehren?"Gewiß," war die schnelle Antwort.Das Wesen, das ihnenmöglich machte, seine Gaben so gut anzuwenden, wird ihnen nichtdie Stimme versagen, sein Lob zu singen."